| 30.
September 2005  Biologische
Ersatzteile für den menschlichen Körper
Vor
allem in zwei Bereichen setzen Mediziner auf Tissue Engineering: Beim Ersatz vom
wichtigen Organteilen, wie Knorpel und beim Ersatz von Nervenzellen. Die Fortschritte,
die in den letzten Jahren von Wissenschaftern auf diesen Gebieten gemacht wurden,
sind gross. Besonders auf dem Feld der Entwicklung von biologischen Herzklappen
kamen die Forscher voran. Sie schafften es, in einem Bioreaktor biologische Herzklappen
herzustellen, die sich vor allem für den Einsatz bei herzkranken Kindern
eignen. Andere Forschungsprogramme im Rahmen des NFP 46 haben sich mit der Rekonstruktion
der Luftröhre oder von Gewebe im Harnbereich beschäftigt. Besonders
gross sind die Fortschritte allerdings auf dem Gebiet der künstlichen Nerven.
| 29.
September 2005  Auf
Stammzellen setzen Mediziner grosse Hoffnungen Auf
Stammzellen setzt die moderne Medizin grosse Hoffnungen. Sie sind in der Lage,
sich in viele verschiedene Zelltypen zu differenzieren. Mit ihrer Hilfe könnten
nicht mehr funktionierende Zellen ersetzt oder zerstörtes Gewebe repariert
werden, so die Hoffnung von Medizinern. Stammzellen werden entweder aus dem Organismus
von Erwachsenen gewonnen oder aus embryonalem Gewebe, das zum Beispiel bei Abtreibungen
anfällt. Im Rahmen des NFP 46 haben sich Wissenschafter intensiv mit dem
Einsatz von Stammzellen zur Therapie verschiedener Krankheiten beschäftigt.
Dabei erscheinen auch Behandlungen möglich, die vor wenigen Jahren noch als
vollkommen ausgeschlossen galten. Der Nutzen des Einsatzes der Stammzellen-Therapie
bei einer im Durchschnitt immer älter werdenden Bevölkerung, die zum
Beispiel immer mehr unter Ausfallerscheinungen des Nervensystems leidet, wäre
sehr gross. | 29
septembre 2005  Les
médecins fondent de grandes espoirs sur les cellules souches La
médecine moderne fonde de grands espoirs sur les cellules souches. Celles-ci
sont en effet en mesure de se différencier pour donner différents
types de cellules. Les médecins espèrent que ces cellules pourraient
aider à remplacer des cellules qui ne fonctionnent plus ou à réparer
des tissus détruits. On peut obtenir ces cellules souches, soit en les
prélevant dans l'organisme d'adultes, soit en les prenant dans le tissu
embryonnaire qui provient, par exemple, d'un embryon avorté. Dans le cadre
du PNR 46, les scientifiques se sont intensivement occupés de l'utilisation
de cellules souches pour traiter différentes maladies. Ces cellules ouvrent
aussi des possibilités thérapeutiques que l'on considérait
comme totalement impossibles il y a quelques années encore. Les bienfaits
de cette utilisation de cellules souches seraient très importants, notamment
chez une population toujours plus nombreuse de personnes âgées, qui
est par exemple de plus en plus atteinte de phénomènes de troubles
du système nerveux. | 27.
September 2005  Das
Abwehrsystem muss überlistet werden Dem
Erfolg der Transplantationsmedizin wird durch das Immunsystem eine Grenze gesetzt.
Zwar lässt sich das körpereigene Abwehrsystem des Menschen mit Medikamenten
zum Teil unterdrücken, doch sie haben eine Reihe von Nebenwirkungen. Jetzt
sind andere Ansätze gefragt und Forscher des NFP 46 zeigen neue Wege auf. Statt
nach Medikamenten zu forschen, die das Immunsystem noch weiter unterdrücken
als dies heute möglich ist, suchen die Forscher nach anderen Methoden die
Toleranz des Körpers gegen fremde Organe zu erhöhen. Das ist wichtig,
weil mit den Immunsupressiva zum Beispiel das Auftreten von Nierenschäden
oder Krebs in Verbindung gebracht wird. Im
NFP 46 liegt ein Schwerpunkt der Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der "Toleranz
Induktion". Ziel ist es neue Methoden zu entwickeln, mit denen der Körper
des Organempfängers dazu gebracht wird, ein fremdes Organ zu tolerieren und
nicht mehr abzustossen. Neben dem Einsatz in der Transplantationsmedizin könnte
die Toleranzinduktion bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen eine Rolle
spielen. Bei diesen Krankheiten arbeitet das Immunsystem gegen den eigenen Organismus
- oft mit fatalen Folgen. | 27
septembre 2005  Il
faut tromper le système immunitaire Le
système immunitaire impose des limites à la médecine de transplantation.
On sait que le système de défense du corps humain peut être
partiellement supprimé au moyen de médicaments, lesquels cependant
ont toute une série d'effets secondaires. On est donc à la recherche
d'autres démarches et les chercheurs engagés dans le PNR 46 peuvent
proposer de nouvelles voies de succès. En
effet, au lieu de continuer à chercher des médicaments qui continuent
à supprimer le système immunitaire mieux que ce n'est possible de
nos jours, les scientifiques recherchent d'autres méthodes grâce
auxquelles on pourrait augmenter la tolérance à l'égard des
organes étrangers. Cela est d'autant plus important que les immunodépresseurs
sont, par exemple, mis en relation avec l'apparition de lésions rénales
ou de cancers. Dans
les travaux du PNR 46, une priorité est accordée à des recherches
dans le domaine de "l'induction de tolérance". Il s'agit de développer
de nouvelles méthodes par lesquelles l'organisme du receveur d'organe est
amené à tolérer un organe étranger et à ne
plus le rejeter. En plus de leur utilisation dans la médecine de transplantation,
l'induction de tolérance pourrait aussi jouer un rôle bénéfique
dans le traitement des maladies auto-immunes. Dans ces maladies, le système
immunitaire du sujet agit contre son propre organisme - avec des suites qui peuvent
être fatales. | 26.
September 2005  Transplantationen
müssen ethisch und gesellschaftlich abgestützt sein Nicht
alles, was medizinisch möglich ist, ist moralisch vertretbar und vieles,
was medizinisch notwendig ist, ist nur unter Einhaltung bestimmter ethischer Normen
in der Praxis umzusetzen. Das ist das wichtigste Ergebnis einer Vielzahl von Forschungsprojekten,
die im Rahmen des NFP 46 "Implantate, Transplantate" in den letzten
Jahren durchgeführt wurden. An ihnen haben sich in einem für die Schweiz
einzigartigen Forschungsansatz Geistes- und Naturwissenschafter gemein-sam beteiligt.
Durch diesen interdisziplinären Ansatz konnten sowohl die Mediziner als auch
die Geisteswissenschafter profitieren. Bei den im Rahmen des NFP 46 durchgeführten
geisteswissenschaftlichen Forschungsprojekten standen zum Beispiel Fragen der
ethischen Vertretbarkeit der Stammzellentherapie, der Verteil-gerechtigkeit von
Spenderorganen und das Konzept des Hirntods im Mittelpunkt des Interesses der
Wissenschafter. | 26
septembre 2005  Les
transplantations doivent bénéficier d'un large soutien éthique
et social Tout
ce qui est médicalement possible n'est pas nécessairement défendable
moralement et bien des démarches qui sont médicalement nécessaires,
ne peuvent être mises en uvre que dans le respect de certaines normes
éthiques. C'est là le principal résultat de l'examen d'un
grand nombre de projets de recherche qui furent envisagés ces dernières
années dans le cadre du PNR 46 "Implants et transplants", auquel
ont participé conjointement des spécialistes des sciences morales
et des sciences physiques et naturelles dans une démarche unique pour la
Suisse. Aussi bien les médecins que les scientifiques de la morale ont
pu profiter des résultats obtenus. Les
projets des sciences morales traités dans le cadre du PNR 46 se sont en
particulier intéressés aux questions de la légitimité
éthique de la thérapie aux cellules souches, de l'équité
de l'attribution des organes de donneurs et de la conception de la mort cérébrale. | Runder
Tisch "Stammzellen" 15. März 2005 
Ein
Labor des gesellschaftlichen Diskurses
Mit einer Diskussion
über die Bedeutung von Gesprächsrunden zwischen Vertreterinnen und Vertretern
der Bevölkerung und der Wissenschaft ging der Runde Tisch NFP 46/Science
et Cité zum Thema Stammzellen am Montag in Basel zu Ende. An der öffentlichen
Veranstaltung im City-Forum der Basler Zeitung wurde auch der Schlussbericht des
Runden Tisches vorgestellt.
Über zweieinhalb Jahre haben die Mitglieder
des Runden Tisches "Stammzellen" die verschiedenen Aspekte der Forschung
mit Stammzellen diskutiert und die gemeinsam erarbeiteten Argumente nun in einem
Schlussbericht dokumentiert. Die vertiefte Auseinandersetzung zwischen Forschenden
und Vertretern der Bevölkerung über Fragen der Wissenschaft war Gegenstand
der Podiumsdiskussion an der Abschlussveranstaltung. An ihr äusserten sich
der Zürcher Politiker Andreas Gross, der Basler Staatsrechtler Felix Hafner
und der Basler Journalist Philipp Cueni zum Stellenwert solcher Diskussionsforen
für Politik und Gesellschaft.
"Ein Labor für den gesellschaftlichen
Diskurs," nannte Philipp Cueni den Runden Tisch Science et Cité, in
dem komplexe Fragen ausgelotet werden können. "Wo Hürden bestehen,
wo Unverständnis herrscht zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen,
tritt hier zu Tage", meinte der Journalist. Nicht das nackte Resultat der
Diskussionen ständen im Zentrum, sondern die Erfahrungen der Auseinandersetzung.
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