AKTUELLE DISKUSSION / EN DISCUSSION

Das Embryonenforschungsgesetz - La nouvelle loi concernant la recherche sur les embryons

Neues Forschungsgebiet, unklare Rechtslage:
Alberto Bondolfi:
Übersicht über die Gesetzgebung zur Stammzellforschung in der EU
Kontroverse Hoffnungsträger - Schlussbericht TA Swiss "Menschliche Stammzellen"r
Hintergrundar

 

Abstimmungsvorlagen vom 28. November


Resultate der Abstimmung über das Stammzellenforschungsgesetz -

Résultats de la votation sur le recherche sur les cellules souches embryonnaires

Ja-Stimmen
Ja in %
Nein-Stimmen
Nein in %
Stimmbeteiligung
in %
Zürich
200'300
66.4
101'245
33.6
37.9
Bern
149'924
61.9
93'148
38.3
35.3
Luzern
63'866
60.8
41'172
39.2
45.0
Uri
5'062
57.4
3'747
42.5
35.4
Schwyz
19'556
56.8
14'852
43.1
39.0
Obwalden
5'113
56.4
3'961
43.6
41.1
Nidwalden
6'395
60.5
4 '182
39.5
38.1
Glarus
4'539
61.2
2'872
38.8
30.1
Zug
21'903
62.5
13'158
37.5
37.5
Freiburg
36'205
70.5
15'161
29.5
31.3
Solothurn
37'466
64.3
20'841
35.7
35.6
Basel-Stadt
34'671
68.2
16'174
31.8
44.8
Basel-Landschaft
42'113
69.4
18'598
30.6
31.0
Schaffhausen
15'978
62.8
9'469
37.2
57.0
Appenzell A.RH.
9'596
60.7
6'215
39.3
44.1
Appenzell I.RH.
1'836
55.8
1'455
44,2
32,0
St. Gallen
58'696
59.4
40'127
40.6
34.0
Graubünden
22'599
62.0
13'857
38.0
28.6
Aargau
82'602
64.1
46'183
35.9
35.6
Thurgau
29'138
59.5
19'803
40.4
34.1
Tessin
40'413
68.0
19'035
32.0
30.4
Waadt
114'611
84.0
21'996
16.1
36.9
Wallis
31'799
53.7
27'471
46.4
31.6
Neuenburg
32'472
75.0
10'802
25.0
41.9
Genf
74'690
84.6
13'643
15.4
41.1
Jura
15'070
70.7
6'243
29.3
46.0
Schweiz
1'006'689
67.16
492'262
32.84
36.98

Eidg. Abstimmung - Stammzellenforschung
Volk sagt Ja - Referendumskomitee will Embryonen-Adoption

Mit Zweidrittelsmehr hat das Volk das von religiösen und links-grünen Kreisen bekämpfte Stammzellenfor-schungsgesetz (StFG) angenommen. Das Referendumskomitee ist enttäuscht und verlangt nun die Möglichkeit, Embryonen adoptieren zu können.

Die Forschung an Stammzellen überzähliger Embryonen wird in der Schweiz unter strengen Auflagen erlaubt. Die Referendumsvorlage nahm die Hürde mit rund 1 156 600 Ja (66,4 Prozent) gegen 585 400 Nein (33,6 Prozent). In keinem Kanton war eine Mehrheit dagegen. Am deutlichsten angenommen wurde die Vorlage in der Westschweiz.

Das Spitzenresultat lieferte mit 84,6 Prozent Ja der Kanton Genf. Das katholische Wallis war mit 53,7 Prozent für das schwächste Ja besorgt, hinter Appenzell Innerrhoden (55,8), Obwalden (56,4) und St. Gallen (59,4).

Befürworter sehen sich bestärkt
Die Befürworter des StFG sehen sich bestätigt: Das Volk wolle einen starken, wettbewerbsfähigen Forschungsstandort Schweiz und den medizinischen Fortschritt, hiess es praktisch unisono. Allseits hervorgehoben wurde zudem die Bedeutung des Votums für unheilbar Kranke. Diese könnten nun weiterhin auf neue Therapien hoffen.

Vor allem seitens der Forschung wird die künftige Rechtssicherheit begrüsst. Die FDP verlangt nun die rasche Ausarbeitung einer Biotechnologie-Strategie. Verschiedene StFG-Befürworter wie etwa die CVP und die SP bestehen indes ausdrücklich darauf, dass das StFG nicht als Eingangstor zum Klonen dienen darf.

Gegner sprechen von "Salamitaktik"
Unter anderem dies befürchten nämlich die Gegner des StFG: Als nächstes werde versucht, die Präimplantationsdiagnostik und das therapeutische Klonen zuzulassen, ist eine Sprecherin des Basler Appells gegen Gentechnologie überzeugt und spricht von "Salamitaktik". Der Basler Appell hatte das Referendum ebenfalls unterstützt.

Das Referendums-Komitee gegen das Stammzellenforschungsgesetz ist ebenfalls enttäuscht. Das Volk habe sich offensichtlich nicht gefragt, woher die "überzähligen" Embryonen denn kommen sollten, sagte Komitee-Sprecher Christoph Keel.

Das Komitee fordert laut Keel nun zwei Sitze in der nationalen Ethikkommission und die konsequente Anwendung des Fortpflanzungsmedizin-Gesetzes. Zudem müsse es künftig die Möglichkeit geben, Embryonen adoptieren zu können. Dies sei bereits in vielen Ländern möglich, so in den USA, wo letztes Jahr 25 Kinder auf diese Weise auf die Welt gekommen seien.

"Nein-Stimmende ernst nehmen"
Andere StFG-Gegner wie etwa die EVP und die Grünen pochen darauf, dass die Gesetze und abgegebenen Versprechen nun auch tatsächlich eingehalten werden. Überdies müssten die Anliegen der Nein-Stimmenden auch nach der Zustimmung zum StFG ernst genommen werden, fordern SP und Basler Appell.

Die Schweizer Bischofskonferenz wollte zum Abstimmungsergebnis keine Stellung nehmen. Sie hatte sich im Gegensatz zum Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund gegen das StFG ausgesprochen.

SDA, 28. November 2004

Votations fédérales - cellules souches
Oui à l'utilisation des embryons surnuméraires par la recherche

Les chercheurs pourront utiliser les embryons dits surnuméraires en vue de trouver de nouvelles thérapies contre des maladies graves. 66,4 % des votants ont approuvé dimanche la loi sur la recherche sur les cellules souches. La Suisse romande arrive en tête.

Berne (ats) Tous les cantons et quelque 1,156 million de Suisses ont fait primer le potentiel thérapeutique de ces travaux sur les considérations éthiques autour du statut des embryons
surnuméraires. Les référendaires n'ont rallié à leur cause que 585 000 citoyens environ. Ils ont réalisé leur meilleur score en Valais, qui n'a accepté la nouvelle loi qu'à 53,7 % des voix.

Les autres cantons romands sont au contraire les plus enthousiastes. Plus de quatre votants sur cinq ont dit "oui" à Genève (84,6 %) et dans le canton de Vaud (83,9 %), deux régions où la biotechnologie connaît un fort développement. En Suisse alémanique, la palme du "oui" revient à Bâle-Campagne (69,4 %) et Bâle-Ville (68,2 %), bastion de l'industrie pharmaceutique.

Maladies graves
La recherche sur les cellules souches embryonnaires ouvre 'espoir de pouvoir un jour remplacer des cellules endommagées par es saines et de traiter des maladies comme Alzheimer, Parkinson,
le diabète ou encore les lésions de la moëlle épinière. La nouvelle oi permet aux scientifiques et à l'industrie pharmaceutique uisses de creuser cette piste tout en prévoyant des garde-fous.

L'embryon surnuméraire, issu d'une fécondation in vitro, ne ourra être utilisé qu'avec l'accord des parents. Un chercheur ne era autorisé à produire des cellules souches à partir de cet embryon que si aucune autre solution existe, pour autant que le rojet offre des garanties éthiques et scientifiques. Les cellules souches et les embryons surnuméraires ne pourront être cédés ou
obtenus que gratuitement. Le clonage est interdit.

"Contrôler plutôt qu'interdire"
Pour le comité interpartis "Oui au progrès de la médecine - Oui à la recherche sur les cellules souches", il s'agit d'un vote clair en faveur de la Suisse en tant que centre de recherche et de
connaissances. Les citoyens ont ainsi confirmé le principe "contrôler au lieu d'interdire" qui a fait ses preuves. Le PDC a rappelé qu'il est à l'origine des garde-fous fixés dans la loi.

Les autres partis gouvernementaux estiment, eux aussi, que ce "oui" est un signal en faveur de l'économie et de la recherche. Il faudra s'en souvenir lors des prochains débats budgétaires en
faveur des hautes écoles et des chercheurs, a indiqué le PS dans un communiqué. Pour le PRD, les jalons d'une stratégie dans le domaine de la biotechnologie doivent être rapidement posés.

La tactique du salami va désormais prévaloir, mettent en revanche en garde les comités référendaires, comme l'Appel de Bâle, soutenu par les Verts. Le comité référendaire contre la loi sur l'instrumentation d'embryons humains exige, quant à lui, de siéger dans la commission nationale d'éthique et de permettre l'adoption d'embryons, a dit à l'ats son porte-parole Christoph Keel.

ATS, 28 novembre 2004



Medienorientierung

Stammzellenforschung: Hoffnung für Kranke - Herausforderung für die Forschung

Montag, 22. November 2004, 10.30 Uhr
Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL), Business und Medienraum (BUM) III, 1. Stock, Europaplatz 1, Luzern

Programm

10.30 h Begrüssung Dr. M.E. Hauck, Umsetzung NFP 46

10.35 h Hoffnung für Kranke: Diabetes Dr. med. Henryk Zulewski, Universitätsspital Basel

10.50 h Ethische Herausforderungen Dr. theol. Markus Zimmermann-Acklin, Universität Luzern

11.05 h Stammzellen und die Politik Regierungsrat Dr. Markus Dürr, Gesundheits- und Sozialdepartement LU

11.15 h Fragen/Diskussion

11.30 h Schluss der Veranstaltung

Medienmitteilung

Stammzellenforschung: Schweizer Platz in der Spitzenliga gefährdet

Dossier Gesundheit Oktober 2004

Unsinnige Trennung zwischen adulten und embryonalen Stammzellen

Der Stammzellexperte Prof. Dr. Hans Schöler, Universität Münster, über Stammzellforschung
Kein Forschungsgebiet ist in Deutschland - und auch in der Schweiz - ist so umstritten wie das der Stammzellen.
"Es ist unsinnig, die Stammzellforwschung in zwei Lager zu spalten. WEnn wir keine Forschungsmittel sowohl für adulte als auch embryonale Stammzellen erhalten, werden wir nie wisssen, welches Potential beispielsweise in den embryonalen Stammzellen steckt, slebst wenn wir in der medizin später auf sie verzichten könnten. Un d wer glaubt, dass adulte Stammzellen pluripotent sind braucht embryonale Stammzellen, um den Nachweis zu liefern.

Die Zeit, 5. Juni 2004

Überzählige Embryonen

Im Jahr 2003 sind wie bereits in den zwei Jahren zuvor rund 200 überzählige Embryonen angefallen

NZZ, 1. Juli 2004

Am äussersten rechten Flügel agieren die der SVP nahestehenden Fundamentalisten in der "Schweiz. Vereinigung Ja zum Leben":

Das Stammzellenforschungsgesetz ist in hohem Masse unethisch

Das vom eidgenössischen Parkament verabschiedete Gesetz erlaubt die Gewinnung menschlicher embryonleer Stammzellen aus überzähligen Embryonen zur Verwendung für Forschungszwecke. Das Gesetz wurde im "Schnellzugstempo" durch das Parlament gepaukt, um die bei der In-vitro-Fertilisation entstehenden überzähligen Embryonen der "verbrauchenden" Forschung zuführen zu können, wobei sie getötet werden. Menschliches Leben wird fremden Interessen (auch ökonomischen!) geopfert. Das verstöddt gegen die jedem menschen verfassungsmässig garantierten Grundrechte des Lebensschutzes und der Menschenwürde.

Die Idee, Januar 2004

Gelockerte Regeln für die Präimplantationsdiagnostik

Die britische Behörde für künstliche Befruchtung und Embryonenforschung hat nach Beratungen am Mittwoch in London erklärt, Eltern mit einem kranken Kind dürften künftig die bei einer künstlichen Befruchtung entstandenen Embryonen auch dann mit der sogenannten Präimplantationsdiagnostik untersuchen lassen, wenn es einzig darum gehe, einen Embryo in die Gebärmutter einzupflanzen, der dem Gewebetyp des erkrankten Kindes entspreche. Die Präimplantationsdiagnostik war bisher praktisch nur zur Verhinderung von genetischen Schäden zugelassen. Die britischen Gesundheitsbehörden wollen mit der neuen Regelung nun Eltern erleichtern, ein Kind zu zeugen, um ein anderes ihrer Kinder, das krank ist, heilen zu können.

NZZ, 23. Juli 2004.


"Reconnaître le droit à la vie du foetus n'exclut pas l'avortement"

Appréciation de la jurisprudence de la CEDH de Thierry Clément, collaborateur à l'Institut de droit de la santé (IDS), Neuchâtel

Le Temps: La prudence de la Cour est-elle étonnante compte tenu de sa jurisprudence?
Thierry Clément: Les juges font en général preuve de retenue lorsque les Etats membres sont divisés sur les convictions éthiques qui sous-tendent les principes juridiques. S'agissant du droit des couples homosexuels à l'adoption, ils ont ainsi estimé que les positions sur la question étaient trop divergentes pour qu'on puisse exiger des Etats qu'ils le garantissent. Pour les mêmes raisons, ils ont refusé de reconnaître, au nom de la liberté personnelle, le droit à l'assistance au suicide. En revanche, en présence de positions très minoritaires, ils ont tranché: ils ont ainsi condamné la pénalisation de l'homosexualité qui n'était plus pratiquée que dans deux Etats. Cela dit, dans le cas précis, on peut penser que leur souci a aussi été de ne pas se lier les mains dans un autre domaine: celui, très vaste, ouvert par les biotechnologies, où la question du début de la vie se pose avec acuité.

On peut aussi penser aux conséquences d'une décision positive en madère d'avortement.
Ce serait une erreur. Reconnaître au fœtus un droit à la vie n'implique pas du tout qu'on devrait du même coup durcir toutes les législations sur l'avortement. Dans ce cas précis, le droit du foetus peut être limité au nom du droit de la mère. D'ailleurs, la protection de la vie du fœtus est inscrite dans de nombreux codes pénaux: en Suisse, par exemple, l'avortement reste puni pénalement dans certaines conditions.

Le droit du fœtus à la vie est donc reconnu dans les faits?
L'enfant à naître a en effet des droits. D est notamment reconnu comme héritier potentiel par le droit civil. Et aujourd'hui, les biotechnologies nous ont obligés à chercher de nouvelles définitions. Actuellement, je dicai qu'il y a un consensus en Europe pour dire que l'embryon n'est pas une chose comme une autre et qu'il est titulaire d'une dignité liée à sa capacité à se développer en personne humaine. La Convention européenne sur les droits de l'homme et la biomédecine interdit ainsi la constitution d'embryons aux fins de recherche et exige une "protection adéquate" dans les législations qui autorisent la recherche. Ce n'est pas un droit à la vie, plutôt une espèce de statut intermédiaire. Il montre en tout cas que tout n'est pas noir ou blanc et que l'acceptation de l'interruption de grossesse ä certaines conditions est compatible avec la définition d'une protection juridique pour l'embryon.

Propos recueillis par Sylvie Arsever

Le Temps, 9 juillet 2004


Paris novelliert Bioethik-Gesetz
In Frankreich wird die Forschung an menschlichen Embryonen befristet erlaubt, das therapeutische Klonen aber bleibt verboten. Das besagt eine Neufassung des Bioethik-Gesetzes von 1994, die das französische Parlament Ende vergangener Woche abschließend bestätigte. An menschlichen Embryonen, die bei der künstlichen Befruchtung entstehen, aber nicht in den Mutterleib eingepflanzt werden, kann die nächsten fünf Jahre geforscht werden.

Süddeutsche Zeitung, 13. Juli 2004


PID: Embryo im Ausnahmezustand

Uta Ziegler: Zwar ständen dem Embryo Lebensrecht und Schutzwürdigkeit zu, "aber nicht in dem Masse, dass keine Auzsnahme von dieser Schutzwürdigkeit möglich wäre".

Michael Pawlik: Was ist das für ein merkwürdiges Lebensrecht, das negiert werden kannn, nur weil anderen Peresonen gewisse Eigenschaften des Rechtsinhabers nicht zusagen?

FAZ, 30. Juni 2004


EU-Forschungskommissar Philippe Busquin spricht sich für genetische Screenings von Neugeborenen aus

Die EU will diagnostische Gentests für seltene Erbkrankheiten unterstützen. Neugeborene sollen systematisch im ersten Lebensmonat auf schwere Krankheiten untersucht werden, für die es bereits Therapien gibt. Dies empfiehlt jedenfalls eine von der EU-Kommission eingesetzte Expertengruppe. Ein Netzwerk soll dazu harmonisierte Qualitätsstandards für Gentests beim Menschen erarbeiten.

"Von hoher Bedeutung ist die Unterscheidung zwischen individuellen genetischen Tests und genetischem Screening", betont Ludger Honnefelder von der Universität Bonn. So bedürfe es einer Definition dessen, was Krankheit und Krankheitsdisposition und was bloße Disposition sei.

Die Mediziner erhoffen sich neue Behandlungschancen. So gilt es etwa bei schweren Immundefizienzen als belegt, dass Gentherapien wirksam sind.

Die Welt, 30. Juni 2004


Nur im Ziel einig
Drei Gruppen erzwingen das Referendum gegen das Stammzellenforschungsgesetz

Als Gegner des Stammzellenforschungsgesetzes haben sich aus SHMK (Schweiz. Hilfe für Mutter und KInd), der Vereinigung 'Ja zum Leben' und dem Basler Appell gegen Gentechnologie eine unheilige Allianz gebildet.

Mit den 40'000 Unterschriften schaffte es das Komitee um die SHMK zwar nicht, die Referendumshürde von 50'000 Unterschriften allein zu nehmen. Zusammen mit zwei weiteren Komitees kam das Referendum aber zu Stande. Die Vereinigung 'Ja zum Leben' sammelte ihrerseits 33'000 Unterschriften, und der Basler Appell gegen Gentechnologie liefert knapp 12'000 Signaturen.

Dass die drei Komitees ihre Unterschriften der Bundeskanzlei getrennt übergeben, ist kein Zufall: Ausser dem gleichen Ziel verbindet die Komitees nämlich nichts. So erfuhren 'Ja zum Leben' und der Basler Appell vom geplanten (gestrigen) Auftritt der SHMK nur über Journalistenanfragen.

Der Basler Appel sieht im neuen Gesetz eindeutig einen ersten Schritt in Richtung therapeutisches Klonen oder gar reproduktives Klonen. Für die anderen beiden Organisationen ist Stammzellenforschung eindeutig Menschenverbrauch. Beide Organisationen sind aus der Abstimmung über die Fristenregelung bekannt als radikale Abtreibungsgegner. Während der Basler Appel im links-ökologischen Spektrum anzusiedeln ist, stehen die beiden anderen Organisationen weit im konservativen evangelikalen Lager. SVP-Nationalrat J. Alexander Baumann und EVP-Nationalrat Ruedi Aeschbacher sind deren Vertreter im Parlament. Dem Referendumskomitee der SHMK haben sich unter anderem auch die Vereinigungen der evangelischen und katholischen Ärzte angeschlossen. Unterstützt werden SHMK und Ja zum Leben von der christlich konservativen EDU (Eidgenössische Demokratische Union), die auch in der Abwehrschlacht gegen die Integration der Schweiz in Europa an vorderster Front kämpft.

Erstes denkbares Datum für die Abstimmung ist der 26. September 2004.

SDA, 6. April 2004 - NZZ, 8. April 2004 - BaZ, 7. April 2004 - ZürcherZeitung, 7. /8. April 2004


Wenn aus vielem plötzlich alles wird
Umstrittenes Embryonenforschungsgesetz bereits veraltet?

Noch muss das Embryonenforschungsgesetz die Abstimmungshürde nehmen. Und bereits erscheint es im Licht der neuesten Forschung veraltet. Vor kurzem beobachteten Wissenschafter, wie aus einer embryonalen Stammzelle eine Eizelle und dann ein Embryo entstand. Mit einer solchen Entwicklung hat man nicht gerechnet.

NZZ, 13. Mai 2003


Félix Gutzwiller trouve de nouveaux appuis pour légaliser l'analyse génétique des embryons in vitro

C'est la dernière en date de multiples tentatives en vue de briser l'interdit légal ancré dans la loi sur la procréation médicalement assistée. Toutes ont été vouées à l'échec. Quelque chose serait-il en train de changer, alors même que le référendum contre la loi concernant la recherche sur les cellules souches - un sujet voisin - a recueilli 85 000 signatures? En tout cas, les signataires de l'initiative ne se recrutent plus exclusivement, comme jusqu'ici, dans le camp radical-libéral. Le médecin zurichois a obtenu des soutiens, à droite comme à gauche, chez les socialistes et auprès des UDC.

Les signatures apposées sous l'initiative de Félix Gutzwiller sont relativement peu nombreuses -16 - mais ce sont des signatures clés, résume l'auteur. Elles comprennent peu ou prou tous les médecins du Conseil national. Mais pas seulement. L'élu zurichois se félicite en particulier d'avoir rallié des femmes romandes de gauche, voire d'extrême gauche comme la popiste vaudoise Marianne Huguenin. Parmi les parlementaires PS, au Tessinois Franco Cavalli et au Bernois Paul Günter se sont jointes la Neuchâteloise Valérie Garbani, la Vaudoise Géraldine Savary et la Genevoise Liliane Maury Pasquier. Chez les UDC, Félix Gutzwiller a convaincu Brigitta Gadient (GR), Ursula Hauer (BE), Jean Henri Dunant (BS), Luzi Stamm (AG).

Le Temps, 7. April 2004


Einmal erlaubt - ein andermal verboten
Für eine einheitliche Regelung der Pränataldiagnostik

Patienten- und Betroffenen-Organisationen engagieren sich für eine neue Regelung der Pränataldiagnostik für schwere, unheilbare Krankheiten. Das Bundesgesetz über genetische Untersuchungen beim Menschen, das zurzeit in der Kommission für Wissenschaft. Bildung und Kultur des Nationalrates diskutiert wird, soll so ausgestaltet werden, dass eine einheitliche und strenge Regelung der Pränataldiagnostik ohne Diskriminierung von Patientinnen und Patienten getroffen wird.

Um eine einheitliche und strenge Regelung der Pränataldiagnostik zu erreichen, muss nicht nur das Gesetz über genetische Untersuchungen beim Menschen entsprechend gestaltet werden. Auch das Fortpflanzungsmedizingesetz (FMG) muss angepasst werden. Es soll eine Pränataldiagnostik in vitro, also eine Präimplantationsdiagnostik, ermöglicht werden, wenn die Gefahr der Übertragung einer schweren, unheilbaren Erbkrankheit anders nicht vermieden werden kann.

NZZ, 2. Dezember 2003


Médecine de la reproduction

Pourquoi la Suisse se montre plus restrictive que d'autres pays
Berne (ats) Avec l'Allemagne et la Norvège, la Suisse se montre la plus restrictive dans la règlementation des techniques médicales de la reproduction. Parce que les groupes d'intérêt y jouent un plus grand rôle qu'en Belgique ou au Canada, explique une analyse internationale.

"Nous avons examiné les processus de décision politiques ainsi que les politiques étatiques de onze pays entre 1980 à 2002", écrit Christine Rothmayr, de l'Université de Genève, dans la présentation de l'étude publiée mardi par le Fonds national suisse (FNS). La scientifique fait partie aux côtés d'Ulrich Klöti et d'Uwe Serdült, de l'Université de Zurich, de l'équipe internationale de recherche.

Intervention de l'Etat
En Suisse, en Allemagne et en Norvège, l'Etat intervient fortement dans le champ d'action du médecin, montre l'étude soutenue par le FNS. Certaines techniques comme le don d'ovule et d'embryon ou le diagnostic préimplantatoire y sont totalement interdites.

Les techniques admises, dont la fécondation in vitro, sont elles soumises à autorisation et à divers contrôles. Enfin, l'accès à ces techniques est réservé aux couples mariés, ou du moins stables, relève encore le FNS.

La position restrictive de la Suisse et de l'Allemagne résulte de l'alliance entre les opposants à la biomédecine mus pour des considérations religieuses, les conservateurs et les représentants de partis écologistes ou de gauche. Ces groupes d'intérêt sont très actifs et se coalisent.

ATS, 12 août 2003


Reproduktionsmedizin
Die Schweiz ist laut Nationalfonds besonders restriktiv

Die Schweiz regelt neben Deutschland und Norwegen die medizinischen Reproduktionstechniken am restriktivsten, während Länder wie Kanada oder Belgien viel liberaler sind. Dies ist das Ergebnis einer internationalen Studie mit Schweizer Beteiligung.

Bern (sda) Im Hinblick auf die Debatten um die Stammzellenforschung und im Kontext wachsender internationaler Konkurrenz ist dies ein Ergebnis "von einiger politischer Brisanz", wie der Schweizerische Nationalfonds (SNF) am Dienstag mitteilte.

Die Autoren der Studie haben die Strategien diverser Länder zur Regulierung der Reproduktionstechnologie erfasst, um Grundkenntnisse für das Verständnis der jeweiligen Politikprozesse zu gewinnen. Analysiert wurden politische Entscheidungsprozesse zwischen 1980 und 2002.

Die Schweizer Mitglieder des Forschungsverbundes - sie stammen unter anderem von den Universitäten Genf und Zürich - haben mit Unterstützung des SNF die Fallstudien zu Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und der Schweiz verfasst.

Engmaschiges Regulierungswerk
Laut der Studie wird in der Schweiz, Deutschland oder Norwegen vom Staat stark in die Selbstbestimmung der Ärzte eingegriffen. Techniken wie Ei- und Embryonenspende oder die Präimplanationsdiagnostik sind verboten, zugelassene Techniken wie die In-vitro-fertilisation sind strikt reguliert.

Sowohl für die Schweiz als auch für Deutschland gilt, dass insbesondere die Allianz von politisch konservativen oder religiös motivierten Biomedizin-Gegnern mit Akteuren aus dem grünen und linken Lager zu einem engmaschigen Regulierungswerk beitrug.

SDA, 12. August 2003


Brüssel hält sich zu Stammzellen-Forschung zurück
Keine ethischen Vorgaben

Brüssel (sda/afp) In ihren geplanten Leitlinien zur Vergabe von EU-Fördermitteln für die Forschung an embryonalen Stammzellen will die EU-Kommission den Mitgliedstaaten keine ethischen Vorgaben machen.

Es sei nicht die Aufgabe der Behörde, zu so "sensiblen" ethischen Fragen globale und universell geltende Standards vorzugeben, sagte der Sprecher von EU-Forschungskommissar Philippe
Busquin am Freitag in Brüssel.

Gelder aus dem EU-Forschungsrahmenprogramm für die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen könnten nur für Projekte in solchen Ländern bereitgestellt werden, in denen solche Studien nach nationalem Recht erlaubt seien.

Der Sprecher räumte auf Nachfrage ein, dass sich bei einer Förderung von Forschungsvorhaben aus dem EU-Programm auch solche Mitgliedstaaten indirekt an der Finanzierung beteiligten, die nach nationalem Recht solche Forschung verboten hätten.

SDA, 27. Juni 2003


Bundesrat legt Botschaft zum Embryonenforschungsgesetz vor
Stammzellenforschung soll mit strengen Auflagen erlaubt werden.

Medienmitteilung OTS SDA, 22. Mai 2002


Recherche sur les cellules souche d'embryons humains

La Commission nationale d'éthique pour la médecine recommande de ne pas brûler les étapes dans la recherche sur les cellules souches d'embryons humains. Les questions d'éthiques doivent d'abord faire l'objet d'un large débat public.

ATS, 26 septembre 2001


Gesetzgebung zur Stammzellenforschung in der EU

Irland
Verbot der Forschung an Embryonen aufgrund des verfassungsrechtlich
garantierten Rechts auf Leben des Ungeborenen.
Deutschland
Das Embryonenschutzgesetzt verbietet jegliche verbrauchende Forschung.
Im Januar 2002 hat der Bundestag ein neues Gesetz verabschiedet, das den
Import von embryonalen Stammzellen aus bestehenden Linien erlaubt.
Frankreich
Forschung an Embryonen ist nur zu fortpflanzungsmedizinischen Zwecken
erlaubt. Ein neues Gesetz soll noch im Jahr 2002 verabschiedet werden.
Es erlaubt Forschung an Embryonen auch in einem breiteren Rahmen.
Therapeutisches Klonen bleibt verboten.
Österreich
Stammzellen und Embryos dürfen nur in der Fortpflanzungsmedizin verwendet
werden.
Finnland
Reproduktives und therapeutisches Klonen sind verboten. Mit Einwilligung
der Erzeuger und Zulassung durch staatliche Behörden kann an überzähligen
befruchteten Eizellen bis zu 14 Tagen geforscht werden. Das Erzeugen
von Embryonen zu reinen Forschungszwecken ist verboten.
Dänemark
Reproduktives und therapeutisches Klonen sind verboten. Forschung an
Embryonen ist nur zur Verbesserung der Techniken der In-Vitro-Fertilisation
und der Präimplantationsdiagnostik erlaubt.
Schweden
Reproduktives Klonen ist verboten. Forschung an Embryonen ist bis zum
14. Tag erlaubt ebenso wie deren Herstellung zu Forschungszwecken.
Spanien
Therapeutisches Klonen ist untersagt. Forschung an Embryonen ist erlaubt,
sofern sie therapeutischen, diagnostischen oder präventiven Zwecken dient.
Trotz zahlreichen weiteren Bedingungen und Einschränkungen ist die Forschung
an embryonalen Stammzellen nicht ausdrücklich verboten.
Grossbritannien
Forschung an Embryonen ist zu weitreichenden Zwecken erlaubt. Eine
unabhängige Behörde gewährt die Erlaubnis. Seit Januar 2001 darf diese
therapeutisches Klonen zulassen.

Keine Gesetzgebung zur Forschung an embryonalen Stammzellen gibt eszurzeit in:
Belgien, Griechenland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden und Portugal.

Vision, 1-2002