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"Wir müssen eine Organspende-Kultur entwickeln"


Die aktuelle Stammzell-Diskussion
La discussion actelle sur les cellules souches

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Bibliographie/Presseschau
Bibliographie/Revue de presse

Neueste Ausgabe des eNewsletter des Schweizerischen Nationalfonds
La dernière édition de la eNewsletter du Fonds national suisse

Der Wissenschaftsrat 2004-2007
Le Conseil de la Science 2004-2007

Dossier Gesundheit der Pharma Information

Gedanken zu Gesundheit und Gesundheitskosten


Transplantationsgesetz im Ständerat - La loi sur la transplantation d'organes au Conseil aux Etats
Meinungen zum Themenkomplex "Organspende und Transplantation"

Medienspiegel - Le tour des médias

Biomedizinische Forschung braucht klare Grenzen, der medizinische Fortschritt ist jedoch eine ständige Überschreitung von Grenzen

St. Galler Tagblatt , 13. April 2004 - Die Welt, 7. April 2004

Geschichte und Gegenwart des deutschen Gentechnikgesetzes

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Greenpeace-Protestaktion gegen Patent au "menschliches Leben"

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Das Verpflanzen menschlicher Zellen und Gewebestücke ist rechtlich nicht geregelt - aber finanziell attraktiv.

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Knochenmarktransplantation unter Geschwistern - Vorgehen

Antworten

Ermittlungen wegen illegaler Organ-transplantationen in Griechenland

Mit der Diplomatenpost, die nicht vom Zoll kontrolliert werde, seien die Organe von Albanien nach Italien ge-bracht worden, berichtete die Zeitung "Ta Nea". Die Präsidentin des griechischen Nationalen Trans-plantationszentrums, Maria Hatzi-petrou, äusse-te am Dienstag indes Zweifel an dieser Tatversion. "Eine Transplantation und der Transport von Organen sind nicht so einfach, wie es im Bericht beschrieben wird", sagte sie im griechischen Fern-sehen.

SDA, 11. Mai 2004

Wie halten Sie's mit der Gentechnologie?

Die Schweizer Bevölkerung weiss heute weniger gut Bescheid über Bio- und Gentechnologie als noch Ende der 90er-Jahre. Zugleich ist sie der neuen Technologie gegenüber jüngst skeptischer geworden.

Horizonte (Schweizerischer Nationalfonds, 10. März 2004

Tierische Ersatzorgane in Sichtweit?

Die Gentechnik und spezielle Zuchtmethoden sollen das Risiko senken

Die Übertragung von Tierorganen auf Menschen, die Xenotransplan-tation, könnte den Organmangel in der Transplantationsmedizin be-heben. Bisher scheitert sie vor allem an der Abstossung. Nun lassen neue Resultate klinische Studien wieder näher rücken.

NZZ, 25. Februar 2004 - Forschungsprojekt PD Dr. Jörg Seebach

Mäuse aus der Nase gezogen

Die hohe Kunst des Klonens: Riechzellen liefern neue Tiere

Diese hochspezialisierte Zellen lassen sich in den Embryonalzustand zurückversetzen und erlauben neue Einblicke in die Organisation des Geruchssinns.

FAZ, 17. Februar 2004

Robert Musil und die Transplantationsmedizin

In einem Briefentwurf aus dem Jahr 1908 an die "liebe Liesl" träumte Robert Musil von einer gegenseitigen Hauttransplantation. "Weisst Du, was eine Transplantation ist? Die Mediziner nennen das, wenn ein Mensch ein Stück seiner Haut her-gibt, damit es einem anderen an einer wunden Stelle eingesetzt wer-de. Das wächst dann mit diesem und wird ein Teil von ihm und bleibt doch schliesslich auch ein Teil vom Leib des anderen."

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Gesucht: Herzen, Nieren Lebern Prominente werben für die Organspende
"Uns fehlen die Spenderherzen!"

Eine Herztransplantation steht und fällt mit der Verfügbarkeit eines Spenderherzens. Und da hat sich die Lage gegenüber früheren Jahren eher noch verschärft.

Story


Tote Inderin schenkt blindem pakistanischen Jungen Augenlicht

Story


"Jetzt kann ich zweimal im Jahr Geburtstag feiern!"

Story


Ein neues Leben dank einer neuen Niere

Die 14-jährige Nadine Schatzmann hat eine erfolgreiche Transplantation hinter sich

Story


A Terrible Day for Patients
We cannot allow animal rights extremists to block vital research
The Guardian
Insulin - ein Hormon schreibt Medizingeschichte

Story


Forschung am Menschen - Anreize und Schutz
Recherche clinique - créer des incitations et protéger les sujets de recherche

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infos


Grenzziehung bei Versuchen an Menschen

Diskussion über Humanforschungsgesetz eröffnet

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Referendum gegen Stammzellfor-schungsgesetz - Référendum contre la lois sur les embryons

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Infos

Pro Lifers sehen Menschenwürde verletzt - Les milieux de "défense de la vie" lancent leur référendum

Mehr
Info


"J'ai donné un rein à mon fils"

Story


Neuer Streit um Transplantationszentren

Sonntags Zeitung, 30 novembre 2003


"Ce sont l'éducation, la science et la culture qui font l'humain. Pas le clonage"

Le Temps, 1er septembre 2003


"Das Gute, dieser Satz steht fest, ist stets das Böse, das man lässt."

Die Weltwoche, 28. August 2003


Das Hirntodkonzept - Die Basis der Transplantationsmedizin

Hirntod Factsheet
NZZ, 21. November 2003


Kann den Klonen Sünde sein?

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Organspende-
Neue Lunge-neues Leben

Story


Transplantationsmedizin:
Strategien gegen den Organmangel

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Klonen in der Diskussion

Das Klonen interessiert mich nicht. Ich glaube auch, dass wir die Technik nie so gut beherrschen werden, um sicher zu sein, gesunde Klone zu erzeugen.

James D. Watson, 75, Entdecker der Doppelhelix

 

 

 

Cellules souches adultes- mécanisme d'autorenouvellement découvert

Elles peuvent s'autorégénérer ou se différencier et c'est un gène du c ancer qui régule cet équilibre. La découverte a été faite par une équipe de chercheurs menée par Andreas trumpp de l'Institut suisse de recherche sur le cancer (ISREC) à Epalinges.

16. November 2004 www.isrec.ch

Adulte Stammzellen mitten ins Herz

Erstmals wurden in der Schweiz Stammzellen aus dem Knochenmark zur Therapie von Herzinfarktpatienten benutzt. Noch wird nicht ver-standen, wie die Zellen dem Herz helfen.

Das Ziel der Therapie: Die adulten Stammzellen, die sich im Knochen-mark der Patienten befinden, sollen das Herzmuskelgewebe reparie-ren. Tatsächlich verbesserte sich die Pumpleistung des Herzens von den Patienten, die in Deutschland bereits seit drei Jahren so behan-delt werden.

Tages Anzeiger, 3. November 2004

Hoffnung für Glatzköpfe

Glatzenträger und Opfer von Verbrennungen dürfen hoffen: US-For-scher entdeckten, dass die Haut von erwachsenen Mäusen Stamm-zellen enthält, die sich entweder zu Haut oder Haaren entwickeln können. Im Labor der Rockefeller-Universität haben Forscher aus einigen Zellen an Mäusen hunderttausende identischer Kopien ge-züchtet. Die Zellen werden in die Wunde einer haarlosen Maus einge-pflanzt, wobei sich dort Haut, Haare, Follikel und Drüsen entwickeln.

Active Life, 1. November 2005

"Herz, wachs nach"

Zürcher Forscherequipe unter der leitung von Prof Simon Hoerstrup züchtet aus körpereigenem Gewebe ERsatz-Herzklappen, die nach der Implantation mit dem Empfänger weiterwachsen.

Sonntags Zeitung, 31. Oktober 2004

"Ich hatte bereits Abschied genommen"

Heidi Brandenberger litt an einer seltenen rheumatischen Krankheit, die ihr das Leben zur Hölle machte. Dank einer Stammzellen-Therapie geht es ihr heute wieder besser.

Schweizer Familie, 21. Oktober 2005

Les cellules souches embryonnaires sont aussi capables de soigner des organes à distance

On sait que les cellules souches pourraient regénérer des organes endommagés en fonctionnant comme des "pièces de rechange". Des chercheurs en ont implanté dans des souris porteuses d'embryons malades. Ces derniers ont vu leurs malformations disparaître.

Les cellules souches suscitent beaucoup d'espoirs. Elles pourraient en effet servir de "pièces de rechange" permettant de régénérer organes et tissus endommagés, tel le cœur après un infarctus. Ré- cemment, des chercheurs américains ont découvert chez elles d'autres capacités insoupçonnées. Comme ils le décrivent dans la revue Science du 8 octobre, des cellules souches injectées dans des souris portantes ont "réparé à distance" le cœur des embryons de souriceaux souffrant de malformations héréditaires. Cela en "distil-lant" des molécules régénératrices. Cette démarche ouvre une nou-velle voie d'étude, notamment en vue de traitements contre les affections cardio-vasculaires

Le Temps, 19 octobre 2004.

Schnitte in das letzte Tabu

Ehrgeizige Chriurgen träumen davon, ein komplettes Gesicht zu verpflanzen - Psychologen und Ethiker warnen vor den seelischen Folgen.Währedn das Royal College of Surgeons in Grossbritannien von einer Gesichtstransplantation abrät, scheint eine solche in den USA unmittelbar bevor zustehen.

Süddeutsche Zeitung, 8. Juni 2004

Pourquoi -a greffe ne prend pas?

Le don de soi n'est pas un super don du sang. La générosité ne suffit plus. On change de dimension. On doit penser à sa propre mort.

Mais on cherche en vain jusqu'ici le nécessaire débat de société pour parler de la vie, de la mort, de la greffe ou des soins palliatifs? Quoi qu'on fasse, nous n'en sortirons pas vivants. Essayons au moins de ne pas mourir idiots et nous en sortirons peut-être un peu plus humains. En lieu et place d'un passionnant forum public avec l'aide des meilleurs spécialistes (y compris du marketing), on traite la transplantation comme une loterie de village: "Vous me prendrez bien un billet, s.v.p.? "

Si ce n'est pour dénoncer notre individualisme exacerbé, à aucun moment vous ne posez la question "Pourquoi si peu de dons chez nous"?

24 heures, 14 juillet 2004

Le fœtus a-t-il droit à la vie?

La Cour européenne des droits de l'homme laisse la question ouverte
Une femme, qui avait perdu le bébé qu'elle portait en raison d'une erreur médicale, réclamait que le droit à la vie de son enfant soit reconnu. Les juges refusent de la suivre: les convictions éthiques, philosophiques et juridiques sur la question sont trop divergentes.

La Convention européenne des droits de l'homme (CEDH) ne précise pas les limites temporelles du droit à la vie, à la différence de la Convention américaine des droits de l'homme, selon laquelle la vie doit être protégée "en général à partir de la conception". La jurisprudence de la Cour ne tranche pas davantage.

En résumé, estiment les juges, le point de départ du droit à la vie doit rester de la marge d'appréciation des Etats. Il n'est donc "ni souhaitable ni même possible actuellement de répondre dans l'abstrait à la question de savoir si l'enfant à naître est une personne au sens de l'article 2 de la Convention", ils laissent donc cette question, une fois de plus, ouverte au bénéfice d'une jurisprudence précédente dans laquelle ils avaient spécifié que l'article 2 n'oblige pas les Etats à prévoir des poursuites pénales contre les auteurs de négligences médicales. Il suffit que des dédommagements civils ou des mesures disciplinaires soient possibles

Le Temps, 9 juillet 2004 |Tribune de Genève, 9 juillet 2004| Hintergrund

Patente auf Gene begrenzt

Bei der Revision des Patewntgesetzes unternimmt der Bundesrat einen zweiten Anlauf. Erbgut soll patentierbar sein. Doch die Grenzen dafür will der Bundesrat näher bestimmen.

Der Bundesrat orientiert sich mit der Revision ausdrücklich an der EU-Richtlinie "zum rechtlichen Schutz biotechnologischer Erfindungen". Diese wiederum bekennt sich zur Patentierbaarkeit von Lebewesen.

Im Unterschied zur EU ist der Bundesrat bei den GRenzen der Patentierung den Gentech-Kritikern weit entgegenkommen. Zuheständnisse machte er auch der Forschung, welche an patentrechtlich geschütztem Erbgut frei arbeiten will.

Der Bund, 8. Juni 2004

Pas de brevets sur la vie

"Le droit des brevets n'est ni une boîte de Pandore, nio une pancée, mais il a simplement pour but de soutenir la recherche dans l'intéreêt de la société" souligne Félix Addor, directeur de l'Institut fédéral de la propriété intellectuelle.

Or, les opposants aux brevets sur le vivant argumentent souvent que cette protection constituerait une appropriation et une commercialisation de la vie. Il n'en est rien, assure Félix Addor. D'abord, le droit actuel permet déjà de délivrer des brevets pour des inventions dans le domaine de la biotechnologie, pour autant que les conditions de la "brevetabilité" soient remplies. Ces conditions incluent la nouveauté, l'activité inventive, ainsi que l'application pratique dans l'industrie.

La Liberté, 9 juillet 2004

Wie viel Patentschutz darf es denn sein?

Pharmaindustrie kritisiert die neue Patentgesetzrevision
Ein erster Entwurf zur Revision des Patentgesetzes musste nochmals überarbeitet werden, da er zu mehr Fragen führte, als er Antworten lieferte. Eine neue Version, in der Präzisierungen vorgenommen werden und zum Teil auch legislatorisches Neuland betreten wird, liegt nun zur Vernehmlassung vor.

Die Pharmaindustrie meldet bereits ihren Unmut über einen in ihren Augen zu stark eingeschränkten Patentschutz an.

NZZ, 9. Juli 2004

Organe als Handelsware

Die andere Seite der Transplantationsmedizin
In der Transplantationsmedizin herrscht ein Mangel an Spenderorganen. Die Wartelisten mit Patienten, die auf eine Niere, eine Leber, eine Lunge oder ein Herz hoffen, sind lang. In der Dritten Welt floriere der Organhandel, hört man allenthalben.

Organraub an einem Flüchtling
Der Allgemeinmediziner Beat Schneider aus dem Kanton Schaffhausen erzählte, wie er in seiner Praxis überraschend mit dem internationalen Organhandel konfrontiert worden war. Er betreue auch Asylbewerber, sagte er, und so sei im vergangenen Dezember ein junger Iraker mit Bauchbeschwerden zu ihm gekommen. Er habe bei dem Mann eine lange Narbe am Unterbauch gesehen, und bei einer Ultraschalluntersuchung habe er festgestellt, dass dem Patienten eine Niere fehle. Als er den jungen Mann damit konfrontiert habe, dass er nur noch eine Niere habe, sei dieser zutiefst erschrocken. Der Iraker habe erklärt, er sei aus politischen Gründen mit der Hilfe von Schleppern aus dem Irak geflüchtet. Auf der Flucht sei er erkrankt und habe ein Gesundheitszentrum besucht. Täglich sei dort sein Blut analysiert worden, und nach einer Woche habe ihm ein Arzt gesagt, man müsse ihn notfallmässig operieren, sonst sterbe er. Der Patient sei in ein anderes Spital verlegt worden. Man habe eine Operation an ihm durchgeführt, ihn vier Wochen lang kostenlos gepflegt und danach ohne weitere Erklärungen entlassen.

NZZ, 11. Juni 2004

Blutstammzellen auf dem Konto

Amerikanischer Forscher kommerzialisiert Zukunftsträume
In Erwartung neuer Therapiemöglichkeiten mit adulten Stammzellen bietet ein amerikanisches Unternehmen nun jenen, die für künftige Krankheits- oder Unglücksfälle vorsorgen wollen, die Einlagerung körpereigener sogenannter autologer Blutstammzellen an. Die erste von mehreren Stammzellbanken, die das in Agoura Hills ansässige Unternehmen NeoStem in Südkalifornien aufzubauen gedenkt, befindet sich in Los Angeles. Die Kosten für die Anlage des "Stammzellkontos" betragen 4'700 Dollar. Hinzu kommen Lagerungsgebühren von jährlich 300 Dollar.

FAZ, 7. Juni 2004

"La Suisse restera à la traîne, faute de détecter les donneurs" - Interview avec le Pr Philippe Morel, Genève

Von einem Leben zum andern

491 Organe wurden im vergangenen Jahr in der Schweiz verpflanzt. 491 Gründe, das Transplantationsgesetz endlich unter Dach zu bringen. Denn jede Transplantation betrifft Menschenleben. Menschenleben wie das der Herzempfängerin Marianne Urech.

Annabelle, 26. Mai 2004


 

Le don d'organe et la transplantation dans l'opinion publique

Würden Sie ein Niere verschenken?

Warum liessen Sie sich ein fremdes Herz geben?" fragt die Gesprächsleiterin. Der Gefragte: "Es ging um nichts anderes als um das Leben." -"Haben Sie an ihre Lebensqualität nach der Operation gedacht, als Sie dem fremden Herz zustimmten?", fragt sie. "Nein. Es ging einzig darum, dass ich eine Chance bekomme zu leben, in einer Situation, in der ich sonst gestorben wäre." Auf der Grenze zwischen Leben und Sterben bejaht der Mann sein Leben, ohne Wenn und Aber.

Eine Organspende braucht ein Umfeld der Fürsorge und der Liebe für Spender und Empfänger. Nur so kann es gelingen, dass ein solches Geschenk auch wirklich ein Geschenk des Lebens ist. Die Ethik der Organspende geht weit über die medizinischen Fragen hinaus. Es geht um das Leben schlechthin. Und dieses Leben erhält seinen Sinn wesentlich aus dem Zusammen-Leben.

Ich trage seit zwei Tagen einen Spenderausweis auf mir. In diesen Tagen war ich mutiger, entschlossener im Umgang mit meinen Mitmenschen. Ich weiss nicht genau, warum.
Pfarrerin Gisella Belleri, Feldis

Bündner Tagblatt, 12. Juni 2004

Lebenswichtige Organe zum Zweck der Transplantation in einen anderen Organismus zu entnehmen, kann nur erlaubt sein, wenn der Organspender tot ist. Wann aber ist der Mensch tot?

Die grundsätzlichen ethischen Fragen, etwa nach dem Verständnis des menschlichen Todes, nach dem Konflikt zwischen Recht auf Unverletzlichkeit und Verpflichtung gegenüber der Gemeinschaft, sind noch keineswegs beantwortet. Sie dürfen und müssen weiter diskutiert werden. Nur so wird man dem Misstrauen und den Vorbehalten, die vielfach gegenüber dem Hirntod-Kriterium bestehen, begegnen und die freie Bereitschaft zur Spende von Organen fördern können.
Pfarrer Marco Petrucci, reformierte Kirchgemeinde Bassersdorf-Nürnesdorf

Zürcher Unterländer, 4. Mai 2004

Als Leonie zehn war, funktionierte ihre Niere kaum noch. Das Mädchen hatte keinen Appetit mehr und blieb in der Entwicklung zurück. Die ganze Familie litt mit. Am 28. Oktober 2003 hat Marilyn Zeller, 52, ihrer elfjährigen Tochter Leonie ein neues Leben geschenkt. Ein Leben mit mehr Freiheit. "Leonie ist viel aufgestellter als früher", sagt Marilyn Zeller. "Sie redet plötzlich wie ein Wasserfall und hat Appetit für zwei."
Schweizer Familie, 1. April 2004

Sportlager im Wallis mit 52 Kindern und Jugendlichen - na und? Alle verdanken ihr Leben einem fremden Organ.Im Lager wird das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten gestärkt, und sogar die Eltern wundern sich bisweilen, was ihre Kinder alles tun können: Skirennen fahren, snowboarden, ja sogar Delta segeln. Neue Luzer-ner Zeitung, 27. März 2004

"Jeden verpassten lebensabschnitt hole ich jetzt nach", jubelt der 56-jährige Stephan Holderegger, Altstätten SG. Mit 51 Jahren erhielt er eine neue Lunge. Seither ist er ein anderer mensch, kann endlich leben wie ein Mensch. Atemlos, 29. März 2004

"Im Alter von 44 Jahren erhielt ich in Basel im Mai 2002 mein neues Herz. Mit dem sicheren Tod vor Augen hatte ich mich für das Weiterleben entschieden, im Bewusstsein der statistischen Werte". Axel Breitung, Sissach

"Uns beiden geht es sehr gut", sagt Daniel Zihlmann und umarmt seinen 91/2jährigen Sohn, dem er eine Niere gespendet hat. David litt an einer angeborenen Nierenkrankheit und wurde jede Nacht künstlich ernährt. David hat in den letzten Monaten unglaubliche Fortschritte gemacht. Sursee Woche, 18. März 2004

"Ich will nicht, dass sich meine Tochter je Gedanken darüber machen muss, ob sie meine Organe spenden darf. Deshalb rede ich mit ihr darüber, und deshalb habe ich auch einen Spenderausweis." Daniela Biedermann, Redaktorin Puls Saldo, 4. Februar2004

"J'ai donné un rein à mon fils", Femina, 8. Februar 2004

"As this trade is going on anyway, why not have a controlled trade where if someone wants to donate a kidney for a particular price, that would be acceptable?" said Mr Hakim. "If it's done safely the donor will not suffer."

"Wer ein Organ spendet, soll auch eines erhalten" meinen Charles B. Blankhart und Gilbert Thiel. Ein Vorschlag, der an der NFP 46 Tagung "Organallokation" zu intensiven Diskussion führte.

"Was sind Ihre Erfahrungen mit der Organtransplantation?", fragt der Zürich Express Hans-Georg Imhof, Neurochirurg am Unispital. Hans-Georg Imhof behandelt Unfallpatienten - wenn er sie nicht retten kann, stellt sich die Frage der Organspende.
Interview

Pascale Baer-Lilla, Montreux: "La mort de mon fils a néanmoins permis, grâce au prélèvement de sept de ses organes, de soulager, voire de sauver, des vies humaines", La Presse Riviera Chablais, 2 jullet 2002

Pr René Chioléro, CHUV: "Une question de liberté", La Presse Riviera Chablais, 2 jullet 2002

Adèle a quatre ans et demi; elle a subi une greffe du foie à l'âge de 7 mois, Le Courier 18 juin 2002

Monique, âgée de 68 ans, a été transplantée du foie il y a sept ans, Nouvelliste 20 juin 2002

Pr Philippe Morel, Genève: "...la transplantation est aussi une médecine d'économie..", La Presse Riviera Chablais, 2 jullet 2002

Prof. Hans-Reinhard Zerkowski, Basel: "Organspende ist ein Thema, das mit Vorurteilen und Ängsten behaftet ist", Basler Zeitung, 2. Juli 2002



Presseschau: Das Transplantationsgesetz im Ständerat - Revue de presse: La loi sur la transplantation d'organes aux Conseil aux Etats

 

La loi sur les transplantations au Conseil aux Etats

Mention de donmneur dans le permis de conduire

Sensibiliser la population aux dons d'organes, qui font cruellement défaut en Suisse, n'est pas pour autant faire du prosélytisme, a rappelé Christiane Brunner. Le Conseil des Etats est allé plus loin que le National en insistant sur la promotion des dons, tout en soulignant qu'elle n'est pas un but en soi.

La loi pose avant tout le principe du consentement explicite du donneur ou de ses proches. Elle se base aussi sur la gratuité du don et l'interdiction du commerce d'organes afin d'éviter tout abus. En outre, elle définit précisément les critères cliniques du décès, soit l'arrêt de toutes les fonctions cérébrales.

Le texte protège aussi les personnes mineures ou incapables de discernement et enfin autorise la transplantation d'organes d'animaux sur l'homme.

Le débat: sphère privé - Grands principes - Réciprocité inappliquable - Voie de recours - Trafic d'organes - Mort cérébrale - Critères d' - attribution

ATS, 2 juin 2004 - Le Courrier, 3 juin 2004 - Le Quotidien Jurassien, 3 juin 2004

 

Übersicht über die Debatte

Der Ständerat befasst sich am Mittwoch als Zweitrat mit dem Transplantationsgesetz, das den missbräuchlichen Umgang mit Organen, Geweben oder Zellen verhindern sowie die Organspenden fördern soll.

Kommissionsreferentin Christiane Brunner (Genf, sp.) geht insbesondere auf den Grundsatz der Nichtdiskriminierung bei der Zuteilung der Organe ein. Allein medizinische Argumente dürfen den Ausschlag geben.

!Ubersicht über die Detailberatung: Rückweisungsantrag Carlo Schmid (CVP, AI) - Zweck (Förderung der Organspende): Rückweisungsantrag Sommaruga (SP, BE) - Voraussetzungen der Organentnahme - Kosten (Kosten der Lebendspende nicht zu Lasten der Krankenversicherung) - Zuteilungskriterien (neben med. Dringlichkeit und Nutzen sowie Wartezeit auf ein Organ auch Spendebereitschjaft des Empfängers): Antrag Pfisterer (FDP, AG) - Vermerk im Führerausweis - Beschwerderecht

Schlussabstimmung: 26 zu 3. Die Vorlage geht zurück an den Nationalrat

NZZ, 3. Juni 2004 - St. Galler Tagblatt Gesamtausgabe, 2. Juni 2004

 

Der Ständerat will die Spendebereitschaft fördern

Weil die Zahl der Spenderorgane knapp ist, will die kleine Kammer mit zusätzlichen Bestimmungen die Spendebereitschaft fördern.

SDA, 2. Juni 2004 - Tages Anzeiger, 26. Mai 2003 - Tagesanzeiger, 3. Juni 2004 - Tages Anzeiger, 3. Juni 2004

Loi fédérale sur la transplantation: occasion ratée de solidarité - Transplantationsgesetz in den Räten

Le besoin d'une telle législation est certain, compte tenu de la pratique croissante des transplantations, avec le risque de dérapages au plan del'équité et de l'éthique. Cependant, il faut regretter qu'une occasion de solidarité en santé publique ait été ratée, dans la mesure où le législateur prévoit l'exigence du consentement explicite du donneur d'organe plutôt que son consentement présumé.

24 heures, 7 juillet 2004

Tout aussi déterminé, le Conseil des Etats vient à son tour d'y accorder son aval. Mieux encore que le National, il tient à encourager le don d'organes. Il a décidé à cette fin de faire figurer la mention de donneur dans le permis de conduire.

Les émotions soulevées par la greffe de cœur qui, à Zurich, a conduit au décès d'une patiente à cause d'une erreur humaine en témoignent, la transplantation demeure une technique médicale qui met les sensibilités à vif. Personne n'a cependant remis en question les greffes à cette occasion. Ce que réclame le peuple, c'est de la sécurité et des conditions qui empêchent les abus, qui protègent la dignité humaine et la santé des donneurs et des receveurs. Ce que fait précisément la législation sur laquelle les deux Conseils ne tarderont pas à s'accorder, les divergences étant mineures.

La Gruyère, 5 juin 2004

Nach wie vor operiert die Transplantationsmedizin in der Schweiz nämlich ohne Bundesgesetz, nach kantonalen und privaten Richtlinien und Empfehlungen. Doch ist ein Bundesgesetz in Vorbereitung.

Nationalrat: Empfänger mit Wohnsitz in der Schweiz
Am 16. Dezember 2003 nahm der Nationalrat das Gesetz mit 133 zu 5 Stimmen eindeutig an. In Ergänzung zum Bundesrat schrieb er den obligatorischen Versicherungsschutz für Lebendspender vor. Ausserdem sollen bei gleicher medizinischen Dringlichkeit Patienten mit Wohnsitz in der Schweiz bevorzugt werden.

Die grosse Kammer legte auch die Definition des Todes fest, welche erstmals Eingang in der schweizerischen Gesetzgebung findet. Demnach gilt ein Mensch als "tot, wenn die Funktionen seines Hirns einschliesslich des Hirnstamms irreversibel ausgefallen sind".

Ständerat: Spendebereitschaft fördern und informieren
Auch der Ständerat sprach sich am 1. Juni der laufenden Session mit 26 zu 3 Stimmen deutlich für das Gesetz aus. In allen Punkten folgte er dem Erstrat, fügte aber seinerseits Ergänzungen an. Darin zentral sind Bestimmungen, die die Spendebereitschaft fördern sollen.

Zum einen sollen Spendewilligen administrative Hürden möglichst aus dem Weg geräumt werden. Ferner wurde ein Passus beschlossen, wonach der Bundesrat einen Organspender-Vermerk in Fahrausweisen vorsehen kann. Des Weiteren soll die Bevölkerung umfassender über die Transplantation informiert werden.

Zürcher Oberländer, 16. Juni 2004.

 

Die diffizile Aufgabe, Leute zum Organspenden zu ermuntern

Der Tod einer Patientin am Zürcher Universitätsspital nach einer Herztransplantation liess das Interesse der Bevölkeerung am Thema Organspende sprunghaft ansteigen. Statt normalerweise 20 bis 30 Anfragen täglich registrierte Swisstransplant kurzfristig bis zu 250 tägliche Anfragen.Inzwischen ist das Interesse wieder abgeklungen, und die Zahl der Anfragen ist wieder auf das übliche Mass gesunken.

Tages Anzeiger, 26. Mai 2003

Von der natürlichen Knappheit der Organe

Es ist richtig, dass dem Transplantationsgesetz nicht primär der Gedanke zugrunde liegt, mehr Spenden zu erhalten. Die Organspende ist im liberalen Staat stets ein altruistisch motivierter Akt. Ein Spenderorgan ist ein uneigennütziges Geschenk an die Gesellschaft, und als solches muss es auch verstanden werden. Aus diesem Grunde kann es auch nie ein Anrecht auf den Empfang eines Spenderorgans geben, die Ressource Spenderorgan ist natürlich limitiert. Die Knappheit und die Transplantationsmedizin sind sozusagen miteinander verheiratet.

Eine höhere Spenderzahl erscheint als Lösung vieler Probleme der Transplantationsmedizin. Stünden mehr Organe zur Verfügung, würde mehr operiert, es könnte mehr Patienten geholfen werden, und die Operateure könnten sich ganz im Sinne der Qualitätssicherung mehr Erfahrung aneignen. Doch trotz all diesen zahlreichen und unbestreitbaren Vorteilen darf eines nicht vergessen werden: Am Anfang der Transplantationsmedizin steht der Altruismus und nicht das Recht auf ewige Gesundheit.

NZZ, 22. Mai 2004

 

Organe spenden, um andere leben zu retten

Pro und Kontra

Pro - Trix Heberlein, Präsidentin von Swisstransplant und Ständerätin (FDP,ZH)
Warum sollen meine Organe kremiert oder begraben werden? Sie können, falls sie gesund sind, auch in meinem Alter über 60 einem kranken Menschen eine neue Lebensqualität schenken. Daher trage ich seit Jahren einen Spenderausweis mit mir, und all meine Angehörigen sind darüber informiert. Auch sie wollen Leben spenden.
Ich hoffe, dass die Diskussion über das Transplantationsgesetz dazu führt, dass das Thema Organspende für uns alle zum Thema und nicht erst dann aktuell wird, wenn jemand im Verwandten- oder Freundeskreis erkrankt und auf eine Spende angewiesen ist.


Kontra - Renate Focke, Niedersachsen
Angehörige merken irgendwann später, dass ihr Kind/Partner/Bruder/Vater/ihre Schwester/ Mutter zum Zeitpunkt der Explantation im Sterbeprozess war, also noch lebte. Sie fühlen sich belogen und ausgenutzt. Viele verlieren ihr Vertrauen in die Ärzte, wenn sie entdecken, dass der "Hirntod" nur eine Definition ist und nicht mit dem Tod gleichzusetzen ist.Am Lebensende haben Menschen das tief verwurzelte Bedürfnis, in Ruhe und unversehrt sterben zu dürfen und dabei liebevoll begleitet zu werden, also in Würde zu sterben. Dieser Wunsch ist nicht vereinbar mit einer Organentnahme. Wenn Menschen auf dieses elementare Recht verzichten sollen, müssen sie doch zumindest umfassend und fair informiert werden. Wer sich dann für eine mögliche Organentnahme entscheidet, weiss, worauf er verzichtet.

Tages Anzeiger, 2. Juni 2004

 

Kommentar

Freiwillige Spender vor

Die Organtransplantation im Gesetz zu regeln, bleibt eine Gratwanderung. Solche Eingriffe werden und dürfen nie zu einem Routinevorgang werden. Und oberstes Gebot muss die Freiwilligkeit des Spenders bleiben. Auch dies ist leichter gesagt als mit einem Vermerk auf dem Führerausweis getan.

Gefordert sind nun der Bund und die Kantone. Es braucht Aufklärung. Und zwar über beides: die Freuden, aber auch die Leiden einer Organtransplantation.

Antonio Cortesi

Tages Anzeiger, 3. Juni 2004

INTERVIEW


"La Suisse restera à la traîne, faute de détecter les donneurs"

Selon le professeur Philippe Morel, Genève, la nouvelle loi est beaucoup trop timide.


Pour le professeur Philippe Morel, directeur du Réseau romand de transplantatlon, la nouvelle loi est lourde d'insuffisances et d'effets pervers.

24 heures : Cela fait des années que la Suisse se passe de loi sur la transplantation. Est-ce nécessaire de légiférer?
Morel : Il est positif d'avoir un cadre légal pour que tous les Suisses aient les mêmes chances d'obtenir une greffe, quel que soit leur canton. Ce n'est pas le cas aujourd'hui. Malheureusement, la nouvelle loi change les règles d'attribu tion des organes. Aujourd'hui, il y a un tournus entre les cinq centres de transplantation (Zurich, Genève, Berne, Baie et Lausanne), sous réserve bien sûr des cas urgents. A l'avenir, il y aura un service national "des attributions. Les organes seront donnés à une personne et plus à un centre. Or, il arrive que les patients soient indisponibles pour la greffe un jour donné. Le service national requerra un système informatique dont la mise à jour régulière sera impossible. Et les centres vont perdre en souplesse. On risque d'arriver à des transplantations "sur ordre", et d'avoir moins de marge pour définir les meilleures indications médicales.

Les donneurs ou leur entourage devront à l'avenir avoir donné explicitement leur accord avant tout prélèvement d'organe. Cela va réduire les dons?
Plusieurs cantons, dont Genève, connaissent aujourd'hui la règle du "consentement présumé". C'est-à-dire que les donneurs ou leur famille doivent s'opposer explicitement au prélèvement La nouvelle loi ne devrait pas changer grand-chose. Dans un cas comme dans l'autre, on ne prélève pas d'organe sur une personne décédée sans en parler avec la famille. En l'absence d'une carte de donneur, les proches ont le dernier mot.

Le Parlement a volontairement renoncé à inscrire dans la loi la promotion de la transplantation.
C'est une grande lacune. La Suisse est, avec le Luxembourg, le pays qui a le moins de donneurs en Europe. On ne compte que 12 donneurs par année et par million d'habitants, par rapport à un potentiel estimé à 35. L'Espagne et l'Italie sont à la pointe. On sait comment ces pays y sont arrivés. Il faut contraindre les équipes médicales à identifier les cas de mort cérébrale qui sont des donneurs potentiels. Pour cela, il faut des postes de coordinateur dans les centres médicaux. En Suisse, faute de moyens, on laisse passer trop d'occasions. C'est vrai que cela coûte cher d'occuper une salle d'opération pendant huit heures. Il faut pourtant rappeler qu'une transplantation est toujours une mesure économique. Par exemple une greffe de rein coûte 40 000 francs, mais une année de dialyse coûte 80 000 francs. La loi n'entre absolument pas dans ce débat. On continuera sans doute à constater le fort taux de 20% de décès sur les listes des receveurs en attente.


H.K

24 heures, 3 juin 2004


INTERVIEW


"Avoir droit au secret médical "

Interview d'Alex Mauron, professeur de bioéthique à la Faculté de médecine de l'Université de Genève, et membre du groupe de direction du PNR " Implants et Transplants " .

Tribune de Genève: Ces dernières années, ! éthique est fortement Impliquée dans se domaine des sciences médicales. Est-ce nouveau?
Alex Mauron: L'éthique a toujours été présente dans la médecine. Le serment d'Hippocrate est là pour attester de cette ancienneté. En revanche, le contenu même de l'éthique et ses implications ont considérablement évolué. Dans les temps anciens, l'éthique était surtout un code comportemental, qui était transmis du maître à l'élevé. Le savoir médical évoluait très lentement. L'apprenti avait le temps d'observer et d'expérimenter tout A loisir la relation praticien-patient, de prendre par exemple la mesure du secret médical, d'en éprouver toutes les facettes et les subtilités. Aujourd'hui, les progrès constants et rapides des techniques médicales créent des problèmes inédits que l'apprenti-médecin n'a pas le loisir d'appréhender sur plusieurs années. La question des tests génétiques est un parfait exemple. Ceux-ci ont créé toute une foule de situations inédites auxquelles ils faut répondre rapidement. C'est pour cela que l'éthique ne se transmet plus par osmose, mais par la réflexion structurée, le débat, et finalement la législation. C'est devenu un chantier intellectuel permanent.

Est-ce que la notion de secret médical a évolué en même temps que celle d'éthique?
Oui, par la force des choses. Autrefois, le secret médical était le corollaire de la relation privilégiée du patient avec son médecin, qui était un confident habilité à entrer dans l'Intimité familiale et même individuelle. Par la suite, le point de vue de la santé publique a ajouté une dimension utilitaire au secret C'est une démarche très bénéfique puisqu'elle permet d'appréhender des maladies, vénériennes par exemple, que l'on ne déclarerait à personne d'autre. La situation actuelle est encore plus complexe. Si la relation privilégiée entre le patient et le praticien subsiste, elle est compliquée par l'apparition de nouveaux acteurs, principalement les assurances, clé de voûte de notre système de santé.

Craignez-vous un recul du secret médical?
Tout à fait. Si l'on n'y prend pas garde, il pourrait perdre de sa substance. Aujourd'hui, les systèmes informatiques et les réseaux permettent la collecte et le traitement des données avec une efficacité remarquable. Que la santé soit soumise à ce régime n'a, en soi, rien de choquant. L'épidémiologie, branche de la recherche médicale qui mesure la fréquence des maladies et l'efficacité globale des traitements et de la prévention profite, énormément de ces fichiers. Grâce à eux, elle pourra, par exemple, préciser l'utilité d'un médicament ou repérer certains comportements nouveaux. C'est un avantage indéniable pour la santé publique et le bien de tous. Mais en aucun cas, à mon avis, cela ne doit se faire au détriment de l'individu et de son droit au secret médical. Ce dernier doit absolument être protégé face à l'avancée de la commercialisation des données médicales. Le mot-clé est anonymat Rien n'exige d'y renoncer. Une étude épidémiologique n'a pas besoin d'identifier les patients. Les partisans d'un secret médical fort s'entendent parfois dire: vous militez pour le secret médical, c'est donc que vous avez quelque chose à cacher. Ces sous-entendus sont déplacés. Nous avons tous droit à notre jardin privé sans que cela ne soit suspect.

II y a ceux qui prétendent que le contenu de l'éthique est relatif, qu'il dépend des vues d'une société à un moment particulier. Etes-vous de ceux-là?
C'est le vieux débat entre Socrate et les sophistes, entre ceux qui croient à l'existence de valeurs fortes et intemporelles et ceux pour qui tout cela est relatif. J'appartiens personnellement à la première catégorie. Les droits de l'Homme sont des droits inaliénables. Je crois en une justice. Mon travail d'éthicien est marqué par cette position. Elle explique que j'attache beaucoup d'importance à la sauvegarde du secret médical, mais aussi à des valeurs collectives comme l'équité.

Propos recueillis par Pierre-Yves Frei

Tribune de Genève, 27 mai 2004