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Organspende - Klonen - Stammzellen - Embryonenforschung

Le don d'organe - le cloning - les cellules souches - la recherche sur les embryons

 

 

Das NFP "Implantate und Transplantate" arbeitet am Berührungspunkt verschiedener wissenschaftlicher Entwicklungen. Die folgenden Stichworte mögen dies erhellen.

Die Voraussetzung für die Organentnahme bei Verstorbenen ist der Hirntod. Dieses Konzept aus den 60er Jahren ist heute noch nicht unumstritten. Liegt darin der Grund, dass in der Schweiz so wenig Organe gespendet werden, dass von den über 1000 Menschen auf der Warteliste für ein Organ jährlich etwa fünfzig sterben, bevor ein für sie passendes Organ gefunden werden kann?

Die Möglichkeit zur Lebendspende von Organen brachte die Transplantationsmedizin auch in die Nähe des Organhandels.

Die In-vitro-Fertilisation führte auch zu Embryonen, die nicht mehr eingepflanzt werden konnten. Embryonale Stammzellen stellen eine der Hoffnungen zur Behandlung verschiedener heute noch unbehandelbarer Krank-heiten dar. Die Forschung mit diesen übrig gebliebenen Embryonen ist ummstritten.

Eine weniger umstrittene Quelle embryonaler Stammzellen ist das Nabelschnurblut, das tiefgefroren aufbe-wahrt werden kann. Umstritten ist heute die Art der Aufbewahrung: Private oder Public Banking? Sollen die darin enthaltenen embryonalen Stammzellen für einen enzelnen Menschen aufbewahrt werden oder allen zur Verfügung stehen, die sie dringend benötigen?

Mit embryonalen Stammzellen können auch Gewebe oder ganze Wesen geklont werden.

Alle diese Technologien stellen unser Menschenbild in Frage, stellen die Frage von Leben und Tod von Individualität neu. Auch all diesen Fragen stellen sich ForscherInnen des NFP46. Beschreibungen ihrer Projekte führen in die Fragestellungen ein; einzelne Projekte legen auch bereits Resultate vor.

Auf dieser Seite sammeln wir Stimmen zu all diesen Fragen, Stimmen von innerhalb des NFP 46, aber vor allem Stimmen aus der Bevölkerung, von OrganspenderInnen, von Wissenschaftern aus aller Welt. Damit bringt das NFP 46 weder Zustimmung noch Ablehnung zu diesen Äusserungen zum Ausdruck.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Embryonenforschung - la recherche sur les embryons

Alberto Bondolfi
NFP 46-Projektleiter, Lausanne
"Naturwissenschafter meinen fälschlicherweise, dass die Akzeptanz für umstrittene Forschung bei der Bevölkerung steigt, je besser sie informiert ist. Die Information ist nur das eine, die Vorstellung, die sich Leute machen, etwas anderes. Die Schwierigkeiten in der Kommunikation kommen daher, dass was für einen Wissenschafter eine wertneutrale Beschreibung ist, vom Zuhörer oder leser interpretiert wird. So ruft das Wort "Embryo" in der Vorstellung von vielen das Bild eines kleinen unfertigen Menschen hervor, von dem Stammzellen weggenommen werden. Solche Vortellungen zu korrigieren dauert Jahrzehnte, denn es geht um Werte und Weltvorstellungen."
Vision, 3-2001
Barbara Polla
parti libéral, Genève
"Dans une Suisse du savoir, notre Suisse de demain, qui est aussi la Suisse de la meilleure qualité de vie pour tous, la recherche sur les cellules souches embryonnaires a toute sa place. Nous ne serons plus les premiers: les Anglais nous ont devancés. Ne soyons au moins pas les derniers!"
L'AGEFI, 2 juillet 2004 - L'AGEFI, 1 juillet 2004

Jens Reich
Berlin

Und habe die private Überzeugung, dass Eizellen, die künstlich befruchtet wurden, um einem unfruchtbaren Paar zu einem Kind zu verhelfen, nicht anderweitig "verwertet" werden sollten.
Die Welt, 7. April 2004
Adrian Holderegger
NFP 46-Projektleiter

Ethische Überlegungen zur verbrauchenden Embryonenforschung
Uni-Wochenblatt, 23. März 2002

Alois Gratwohl
Mitglied der Leitungsgruppe NFP 46

 

Ich bevorzuge den Begriff Kerntransfer, denn bei "Klonen" denken wir gleich an Star Wars. Ich will ja keine Individuen herstellen, sondern patientenspezifische Stammzellen. Davon sind wir noch weit entfernt. Wenn es gelingt, können wir möglicherweise Abstossungsreaktionen umgehen.
Neue Luzerner Zeitung, 16. August 2003

Marisa Jaconi
NFP 46-Projektleiterin

"Wir müssen die Forschung entmystifizieren".
SNFinfo Nr. 1
/März 2003

"Keine Kompromisse eingehen". Vision 1/2003

Alexandre Mauron
Mitglied Leitungsgruppe NFP 46

... auch das therapeutische Klonen (ist) vertretbar...
Basler Zeitung, 20. Juni 2002

Christoph Rehmann-Sutter
Präsident der Natiopnalen Ethikkommission

 

 

 


Nabelschnurblut-Banking... und Ethik?
BioWorld 2-2003

"Meine Erfahrung ist, dass die NEK sehr genau angehört wird. Das Stammzellenforschungsgesetz beispielsweise ist im Wesentlichen so herausgekommen, wie es die Ethikkommission vorgeschlagen hat. Dass Experimente mit Embryonen eine eigene, differenzierte Regelung bedürfen und nicht in einem Zug mit der Gewinnung von Stammzellen geregelt werden können, entspricht unseren Vor-schlägen, ebenso der Entscheid, dass überzählige Embryonen aus der In-vitro-Fertilisation nur verwendet werden dürfen, wenn sie sonst ihrem Schicksal überlassen werden müssten und das Zeuger-paar zugestimmt hat.
SNF Horizonte, 10. März 2004

Rudolf Jaenisch
Biologe
"Diese Embryos würden nie leben" - "Therapeutisches Klonen ist machbar und ethisch unbedenklich"
NZZ am Sonntag, 25. Mai 2003
Ruth Dreifuss
Altbundesrätin
"Die Wissenschaft braucht einen Kompass" (Interview)
Tages Anzeiger, 28. Juni 2002




"Das gewagte Spiel mit der menschlichen Freiheit": Gegen die Instrumentalisierung menschlichen Lebens
Basler Zeitung, 11. Juli 2002

"Scheinheilige Argumentation: Fristenlösung: ja - Stammzellforschung: nein
Weltwoche, 6. Juni 2002

Patienten und Eltern von Embryonen haben das Wort
Tages Anzeiger, 23. Mai 2002

Les ovules impregnés sont exclus
AGEFI, 23 mai 200

Stammzellen - le cellules souches

Lukas Sommer
Entwicklungsbiologe, ETH Zürich

"Der überschwängliche Optimismus der Anfänge der Stammzellforschung wurde über den Haufen geworfen. Wir müssen wieder mehr in die Details zurückgehen, um die grundlegenden Mechanismen der Zelltypen kennenzulernen."

ETH-Bulletin, 14. Mai 2004

Oliver Brüstle
Neuropathologe, Universität Bonn

Können Stammzellen geschädigtes Gewebe im Patienten ersetzen?
"Ich bin nach wie vor überzeugt, dass wir es mit einer erfolgversprechenden Technologie zu tun haben. Wir sind auf dem Weg, bisher unheilbare Krankheiten behandeln zu können."

ETH-Bulletin, 14. Mai 2004

 

 

Klonen - le cloning

Ernst-Ludwig Winnacker
Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft










Der Irrtum

Ich halte das "therapeutische" Klonen für einen Irrweg. Die Arbeit der koreanischen Arbeitsgruppe hat an dieser Meinung nichts geändert.

Seit "Dolly" wissen wir, daß es möglich ist, einen Zellkern aus einer ausgewachsenen Zelle in eine von ihrem eigenen Zellkern befreite Eizelle einzubringen und dieses schimärische Gebilde sich zu einem lebenden Schaf auswachsen zu lassen.

Die koreanischen Forscher haben hierzu nun den Weg freigemacht, was um so bemerkenswerter ist, als dieser Versuch vorher bei Rhesusaffen misslang. Also eitel Sonnenschein? Nicht im geringsten.

FAZ, 13. Februar 2004

Ban reproductive cloning
scientists urge UN

 

 

 











Sixty-three science academies present a united front ahead of cloning committee meeting. Scientists from across the world, many from the developing world, will call for a worldwide ban on human reproductive cloning at a UN meeting.

The InterAcademy Panel (IAP), a network of science academies headquartered in Trieste, Italy, will present a declaration to a UN committee on cloning, urging countries to ensure that reproductive cloning is subject to a universal ban. But the IAP stresses that therapeutic cloning to obtain embryonic stem cells should be allowed.

The UN committee has been looking at the possibility of issuing a declaration to endorse a ban on cloning, but consensus has been hampered by disagreements over the scope of such a ban, especially whether the ban should apply to research and therapeutic cloning.

"Some countries wanted a ban on all forms of cloning, which scientists cannot accept," Mohammed Hassan, executive director of the Third World Academy of Sciences, which hosts the IAP, told The Scientist. "Such a measure would prevent the development of new treatments for incurable diseases."

The Scientist, September 23, 2003

James D. Watson
Mitentdecker der Genstruktur (Doppelhelix)

 

 

 

 

 


















 

Der 75jährige zum Klonen:

In einem wissenschaftlichen Diskussionsklub trugen Sie den Namen "der Optimist". Haben Sie sich nie Sorgen über die Folgen Ihrer Entdeckung gemacht? Vielen Menschen macht es zum Beispiel Angst, dass Menschen geklont werden könnten.
Das Klonen interessiert mich nicht. Ich glaube auch, dass wir die Technik nie so gut beherrschen werden, um sicher zu sein, gesunde Klone zu erzeugen.

Glauben Sie, das erste Klonbaby, Eve, wurde tatsächlich geboren, wie die Raël-Sekte und Wissenschaftler in China angekündigt haben?
Unsinn! Die Erfolgsrate im Tierversuch ist sehr gering, das ist vermutlich auch bei Menschen so. Klone sind nicht normal, sie haben Schäden. Es wird also keinen vernünftigen Menschen geben, der das machen will.

Und wie ist es mit den Unvernünftigen?
Es wird sehr schwer sein, Klonen durch Gesetze zu verhindern, wenn man es jemals wissenschaftlich beherrscht. Ich sehe nicht, wie man verhindern will, dass jemand das entsprechende Gesetz einfach bricht. Aber was ist denn, wenn der erste Klon geboren wurde? Das wird die Welt nicht verändern, so wie das der Abwurf der Atombombe über einer grossen Stadt tat.

Und wenn wir Sklaven für Hausarbeit und Sex haben, wie es die Sekte der Raelianer erträumt?
Das wird so nicht kommen. Klonen interessiert doch nur wirklich die Leute, die unfruchtbar sind, es wird also zahlenmässig nicht ins Gewicht fallen.

Würden Sie sich gerne klonen lassen?
Nein. Das wäre doch ein fürchterliches Schicksal für jemand anderen, meine Gene zu besitzen, ohne den Vorteil nutzen zu können, die DNA gefunden zu haben, Ich hatte einfach nur Glück, dass meine Persönlichkeit in die damalige Zeit gepasst hat. Ich brauchte ja eine grosse Entdeckung, damit die Leute mich ertragen konnten.

Das Interview

 

SpenderInnen und Empfängerinnen von Organen kommen zu Wort
La parole aux donneurs et receveurs d'organes

Gesucht Herzen, Nieren, Lebern

"Als Organspender kann ich Menschen Hoffnung geben und noch im Tod Leben retten."
Johannes B. Kerner, Talkshow-Moderator

"Es ist ein gutes Gefühl, über den Tod hinaus helfen zu können. Es würde mich glücklich machen, jemandem ein neues oder unbeschwerteres Leben zu ermöglichen."
Anne Will, "Tagesthemen-Moderatorin"

"Es gibt nichts Schöneres als zu leben. Aber es ist auch schön zu wissen, dass man selbst im Tod noch helfen kann. Deswegen sind wir Organspender."
Rosi Mittermaier, Christina Neureuther, Skisportler

"Natürlich hoffe ich wie wohl jeder Mensch, dass mein Ausweis nie benutzt wird - denn dann wäre ich ja tot. Sollte es dennoch passieren, bin ich froh, wenisgtens anderen helfen zu können."
Rainer Hunold, Fernsehschauspieler (u.a. "Praxis Bülowbogen", "Fall für Zwei")

"Ich habe mich vor vielen Jahren für die Organspende entschieden. Insofern war es für mich eine Selbstverständlkichkeit, meinen Willen auch mit dem Organspendeausweis zu dokumentieren. Damit schaffe ich Klarheit - nicht zuletzt für meine Angehörigen."
Ulla Schmidt, SPD-Gesundheitspolitikerin

"Vor wenigen Wochen habe ich eine sehr gute Freundn beerdigt. Ich habe sie während ihrer langen Krebskrankheit, und das hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich hätte ihr mit einer Organspende geholfen, wenn das etwas gebracht hätte. Heute denke ich, dass meine sterblichen Überreste auch einem fremden Menscxhen ein würdiges Dasein ermöglichen können."
Jens Riew, "Tagesschau-Sprecher

Christian Science Monitor, 2003

Liz Schick
Leberempfängerin

Um Kinder, die mit einem fremden Organ leben müssen, auf dem Weg ins "neue Leben" zu unterstützen, hat sie deshalb vor zwei Jahren die Organisation "Tackers" (Transplant Adventure Camps for Kids - Education, Recreation, Sports) gegründet. "Auch Kinder, die ein fremdes Organ haben, möchten nicht anders als die anderen sein", sagt Liz Schick.

Mittelland Zeitung, 12. Juni 2004

"un nouveau coeur,
c'est un cadeau magnifique"

La Roche à l'occasion de la rencontre des "nouveau-nés du Centre hospitalier universitaire vaudois (CHUV)", réunissant 41 transplantés cardiaques et leur famille. Ils se réunissent presque chaque année depuis que la Fondation lausannoise pour la transplantation cardiaque a vu le jour en 1994.

Ayant un vécu commun, les transplantés se comprennent lorsqu'ils évoquent leur seconde naissance. Jean-Marc Gaillard parie même d'une renaissance. Pour ce Valaisan de 57 ans, ce nouveau départ en 1993 est marqué de la symbolique de la résurrection chrétienne. "J'ai été transplanté dans la nuit du Vendredi au Samedi-Saint."

"Nous sommes reconnaissants d'avoir pu continuer le chemin", insiste Jacqueline Wichoud, transplantée en 1996 après avoir été malade du cœur durant dix ans. Ils en oublient presque les contraintes. La greffe d'un organe implique l'absorption quotidienne de médicaments antirejet, sans quoi le cœur cesserait de battre. "En onze ans, j'en ai avalé un kilo", s'étonne Jean-Marc Gaillard.

La Liberté, 8 juin 2004

Würden Sie ein Niere verschenken?

Warum liessen Sie sich ein fremdes Herz geben?" fragt die Gesprächsleiterin. Der Gefragte: "Es ging um nichts anderes als um das Leben." -"Haben Sie an ihre Lebensqualität nach der Operation gedacht, als Sie dem fremden Herz zustimmten?", fragt sie. "Nein. Es ging einzig darum, dass ich eine Chance bekomme zu leben, in einer Situation, in der ich sonst gestorben wäre." Auf der Grenze zwischen Leben und Sterben bejaht der Mann sein Leben, ohne Wenn und Aber.

Bündner Tagblatt, 12. Juni 2004

Sebastiano Martinoli
Chefarzt Chirurgie am Regionalspital Lugano

Was kann gegen den Organmangel in der Schweiz getan werden?

"Wir müssen eine Organspende-Kultur entwickeln"

Bieler Tagblatt, 3. September 2003

Piet Paalvast
Geldrop, (Niederlande)
Seit der Rentner Piet Paalvast ein Spenderherz erhalten hat, fühlt er sich fit wie nie. Als Beweis dafür ist er nun per Fahrrad vom holländischen Geldrop über Deutschland nach Basel gefahren.

Ganze 1330 Kilometer hat der 70jährige Piet Paalvast seit dem 10. Mai abgeradelt. Nicht nur sein Alter macht dies zu einer besonderen Leistung: Der Holländer hat vor sechs Jahren ein Spenderherz erhalten. Damit fühlte er sich so fit, dass er prompt mit seinem Fahrrad von den Niederlanden über Deutschland in die Schweiz fuhr. Gestern ist er am Ziel in Basel angelangt.

Basler Zeitung, 2. Juni 2004

Sophie
en attente d'un nouveau cœur

"Je vis au jour le jour"

Le nom (fictif) de Sophie figure depuis décembre sur une liste d'attente à la Centrale de coordination nationale Swisstransplant à Genève. Après vingt-quatre années d'une existence presque normale grâce à une valve artificielle, cette mère de famille de 57 ans espère une transplantation cardiaque. Son bip toujours à proximité, elle se prépare, au jour le jour, à accueillir le cœur d'un autre.

On aurait pu s'attendre à une mine tragique, mais c'est tout le contraire. Son caractère fort et son optimisme lui permettent de poser un regard clair sur cette période cruciale de sa vie: "J'ai été opérée deux fois du cœur, dont une fois à cœur ouvert. Je n'avais pourtant jamais envisagé la possibilité d'une transplantation cardiaque avant l'an dernier, lorsque mon cardiologue m'a annoncé la gravité de ma situation. "

La Gruyère, 1er juin 2004

Jean Tinguely
greffon cardiaque

Les "nouveaux-nés du CHUV" se retrouvent à la Roche

"Notre date de naissance perd de son importance et nous ne célébrons plus que le jour où nous avons reçu notre coeur" explique Jean Tinguely, qui, depuis dix ans souffle ses bougies le 19 novembre plutôt que le 8 février.

La Gruyère, 1. juin 2004

Daniel Rimington
Veronika Looser

Nierenempfänger

"Ein neues Leben" habe er bekommen, sagt Daniel Rimington. Drei Nieren-Transplantationen hat er schon hinter sich. Und Veronika Looser, ebenfalls Nierenempfängerin: "Ich bin sehr dankbar, und ich denke oft an den Spender", erklärte sie, und es liegt viel Wärme in diesen Worten.

St. Galler Tagblatt Hauptausgabe, 26. Mai 2004

Marianne Urech
Herzempfängerin
Geliebtes fremdes Herz

Ihre Narben bezeichnet Marianne Urech als "Glücksnähte". Zeichen der Erinnerung, dass jeder Tag ein Geschenk ist. Denn hinter den Narben pocht ein fremdes Herz.

Das Leben ist ein Kreislauf, Menschen kommen und gehen. "Ich bin zweimal geboren worden", sagt Marianne Urech. Ihre zweite Geburt begann an einem Abend im Februar, als bei den Urechs das Telefon klingelte. Die Transplantationskoordinatorin fragte: "Können Sie in einer halben Stunde bereit sein?", und Marianne Urech stiess einen Freudenschrei aus. "Ich war so erleichtert, nicht mehr warten zu müssen." Als das Telefon klingelt, hat sie mit ihrem Mann Beat bereits ihre Beerdigung besprochen, jetzt packt sie ihren Koffer.

Annabelle, 26. Mai 2004

Knochenmark-Spender

Aufruf irgendwann

Knochenmark-Spender und Patienten zusammenzuführen, kann sehr langwierig sein. "Im Alter von zwei Jahren war unser Sohn an Leukä- mie erkrankt. Die Form seiner Erkrankung erforderte keine Trans- plantation von Stammzellen. Heute ist unser Sohn sechzehn, und es geht ihm gut. Damals, als er im Kinderspital lag, beschloss ich, mich als nicht verwandter Spender von Knochenmark registrieren zu las- sen. Obwohl die Möglichkeit, als Spender in Frage zu kommen, sehr gering ist, wurde ich für einen Patienten als kompatibler Spender ausgesucht", schildert ein Spender aus der Ostschweiz.

St. Galler Tagblatt, 21. Mai 2004

Karl Thommen
Hölstein

Der 40-jährige Familienvater aus Hölstein lebt fast sein halbes bis-heriges Leben mit einem fremden Herz.

"... Mir wird immer wieder bewusst, dass ich vor 19 Jahren ein zwei-tes Leben geschenkt erhalten habe. Aber wenn die täglichen Medika-mente nicht wären, hätte ich es vielleicht schon ganz vergessen, weil ich ein ganz normales Leben führe. Ich kenne viele, die sich nach dem Eingriff aus Angst zurückgezogen haben, aber auch ande-re, die sich ganz schnell wieder im Alltag integriert haben. Vielleicht rechtfertigen sie die Operation und das Risiko am meisten. ... Dank eines Spenders bin ich noch am Leben, habe eine Familie und stecke voll im Berufsleben. Ich will zeigen, wie sinnvoll es ist, einen Spen-deausweis zu tragen. ... Ich habe viel Glück gehabt, mehr als einen Sechser im Lotto. Viele aber hatten auch Pech. Ich bin nicht oft krank. Doch wenn ich mich mal nicht fit fühle, bekomme ich sofort Angst. Damit muss ich leben...."

Basellandschaftliche Zeitung, 12. Mai 2004

Axel Breitung
Sissach

"Ich sah den Hubschrauber starten, der mein Spenderherz holte. Es war ein bewegender Moment. ... Die Herztransplantation ist die alternative zum sicheren Tod."

Basellandschaftliche Zeitung, 12. Mai 2004
Basler Zeitung, 18. Mai 2004

Stefan Holderegger
Altstätten
Atemlos

Er rang um Luft, erstickte langsam. Vor 13 Jahrenbekam Stephan Holderegger, 56, aus Altstätten SG eine neue Lunge. "Jetzt habe ich genug Luft für meine Projekte!" In Kenia baute er ein Spital. Und vor zwei Monaten stand er ganz oben: auf dem Kilimandscharo

Atemlos, 29. März 2004

Fabienne Badaud
Gruyère


"Sans greffes, je ne serais plus là. J'ai découvert plein de choses, comme le fait de marcher et de respirer comme tout le monde", Fabienne Badaud, atteinte de mucovisciose.

La Gruyère, 6 décembre 2003

"Ich tat es aus Liebe"

 

 











Marilyn Zeller spendete ihrer Tochter Leonie vor vier Monaten eine Niere.

Leonie Zeller kam mit schwer kranken Nieren zur Welt. 11 Jahre lang musste sie Windeln tragen. Um sie von der Dialyse zu verschonen, spendete ihr Mutter Marilyn ihre linke Niere. Seither ist Leonie rundum glücklich!

Ende 2002 war Leonies Nierenfunktion auf zehn Prozent gesunken. Die Ärzte erklärten, dass Leonie nun regelmässig zur Blutreinigung an die Dialyse müsse, zudem käme ihr Name auf die Warteliste für eine Spendeniere. Doch habe sie bis vier Jahre lang zu warten, in der Schweiz gäbe es zu wenig Spender. Um die beschwerlichen Dialysen zu vermei-den, entschloss sich die Mutter, ihrer Tochter eine Niere zu spenden: "Ich zögerte keinen Moment!", sagt Marilyn, die 1998 Kids Kidney Care, eine Hilfsorganisation für Familien mit nierenkranken Kindern, gegründet hatte

Schweizer Illustrierte, 23. Februar 2004.

J'ai donné un rein à mon fils



Le petit Nicolas souffrait d'insuffisance rénale et nécessitait une transplantation. Sans hésiter, sa mère Laetitia* lui a offert un de ses deux reins. Un acte d'amour qu'elle n'a pas regretté une seule seconde.

Femina, 8. Februar 2004

Hans Feldmann
Glarus



"Ich würde es sofort wieder machen", sagt Hans Feldmann, der seit 10 Jahren mit einem fremden Herzen lebt. Sein Anliegen ist es, dass sich vermehrt Menschen für eine Organspende entschliessen und einen entsprechenden Ausweis auf sich tragen.

Fridolin, 4. Dezember 2003

Daniel Heusser
Wallisellen


..."Wer keinen Organspenderausweis auf sich trägt oder die Organentnahme seines verstorbenen Angehörigen verweigert, handelt unsozial...."

Leserbrief Tages Anzeiger, 19. Dezember 2003

Je parlerais d'une renaissance

 

 

 








Le 18 septembre 2002, Claudine Jaquier entamait sa deuxième vie

Durant vingt ans, Claudine Jaquier avait vu le diabète ronger son corps. Le 18 septembre 2002, on l'appelait en pleine nuit pour une double greffe.

Une résurrection? "Le mot est trop fort. Je parlerais d'une renaissance." Cela fait donc quatorze mois que Claudine Jaquier revit: oubliées les injections d'insuline, les dialyses, les crises d'hypoglycémie qui la laissaient comateuse; oublié le diabète, cette maladie qui, chez elle, "a fini par tout bousiller". Le 18 septembre 2002, en pleine nuit, à 1 h 30 du matin précisément, l'Hôpital universitaire de Genève téléphonait: il y avait un donneur pour la double greffe qu'elle attendait. Aujourd'hui, Claudine Jaquier vit avec le rein et le pancréas que lui a cédés à titre posthume un anonyme.

La Liberté, 3 décembre 2003

Gilbert Thiel
Transplantationskliniker, Präsident der Leitungsguppe des NFP 46
Das neue Transplantationsgesetz, das demnächst im Parlament diskutiert wird, verschlimmert die Situation weiter, da es auf die reine Selbstlosigkeit der Spender setzt.

Ingeborg van Hollebeke
Swisstransplant, Genf

Transplantation: "La confiance est le mot-clé: pas d'histoires d'argent ou de trafic. La transparence totale."Ingeborg van Hollebeke, Coordinatirce nationale de Swisstransplant. La liberté, 2 décembre 2003